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KPN erwartet wegen E-Plus-Abschreibungen Rekordverlust

15.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische TK-Konzern KPN rechnet für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001 mit dem höchsten Jahresverlust, den jemals ein niederländisches Unternehmen gemeldet hatte. Grund ist eine Milliardenabschreibung auf die deutsche Mobilfunktochter E-Plus, die KPN Ende Januar vollständig übernommen hatte (Computerwoche online berichtete). Nach Angaben des Konzerns soll die Wertberichtigung mit 12,4 Milliarden Euro um einiges höher ausfallen als die bisher erwarteten neun bis elf Milliarden Euro. Insgesamt schlägt der Wertverlust von E-Plus bei der Mobilfunksparte KPN Mobile mit 13,7 Milliarden Euro zu Buche, eine Milliarde Euro wird jedoch der japanische Mobilfunkbetreiber NTT Docomo übernehmen, der 13,7 Prozent an KPN Mobile

hält.

Vorerst noch nicht abgeschrieben werden laut KPN jedoch die 8,4 Milliarden Euro, die der mit 7,5 Millionen Nutzern und einem Marktanteil von 13 Prozent drittgrößte deutsche Mobilfunkanbieter für eine der sechs UMTS-Lizenzen gezahlt hatte,. Die anhaltenden Gerüchte über einen geplanten Verkauf von E-Plus weisen die Niederländer zurück. E-Plus gehöre zum Kerngeschäft des Konzerns, teilte KPN mit. E-Plus-Chef Uwe Bergheim schließt allerdings für die Zukunft einen Verkauf oder Kooperationen nicht aus. Anfang nächster Woche wird E-Plus gemeinsam mit KNP seine Bilanzzahlen vorlegen.

KPN hatte sich 1999 mit 77,51 Prozent bei E-Plus eingekauft. Die Niederländer zahlen für die Aktien 18,7 Milliarden Euro an den US-Partner Bellsouth. Die verbleibenden 22,49 Prozent der E-Plus-Anteile wechselten bei einem Aktientausch im Wert von 1,4 Milliarden Euro erheblich billiger den Besitzer: Bellsouth erhielt für die Anteile 234,7 Millionen neue KPN-Aktien, das entspricht einem Anteil von 9,42 Prozent an dem Amsterdamer TK-Konzern. (mb)