Mobile App Development Platform

Kony will Ordnung ins App-Chaos bringen

11.06.2015
Um Unternehmen bei ihrer Mobility-Strategie zu unterstützen, bietet Kony eine Cloud-basierte Mobile-Entwicklungsplattform an. Mit der Anpassung an regionale Besonderheiten will die Company aus Orlando, Florida, ihre Aktivitäten nun in Europa ausweiten.
Verschiedene Betriebssysteme und Versionen sowie regelmäßige Updates halten Unternehmen mit eigener App auf Trab.
Verschiedene Betriebssysteme und Versionen sowie regelmäßige Updates halten Unternehmen mit eigener App auf Trab.
Foto: Kony

Bei all dem Bohei über Apps wird häufig vergessen, dass viele Unternehmen vom aktuellen Mobility-Trend schlichtweg überfordert sind. Kein Wunder, gibt es doch verschiedene mobile Plattformen und -Versionen und die Apps müssen häufig nach einem OS-Update aktualisiert werden.

"Das Problem dabei ist", so Jonathan Best, Vice President Europe and Africa bei Kony, im Gespräch mit der "Computerwoche", "dass eine eigene App in Branchen wie dem Bankengeschäft früher noch ein Wettbewerbsvorteil war. Heute gilt man dagegen als Nachzügler, wenn man keine mobile Anwendung vorweisen kann." Dabei sei eine App fast schon selten, führt Best an, manche Unternehmen unterhielten zehn bis 20 oder gar hundert Apps für Mitarbeiter, Kunden oder Partner.

Die Kony Mobility Platform mit ihren Komponenten
Die Kony Mobility Platform mit ihren Komponenten
Foto: Kony

Ihre Meinung ist gefragt!

Da sich diese nur schwer nebenbei hegen und pflegen lassen, bietet Kony Hilfe über eine Cloud-basierende Enterprise-Mobility-Plattform an. Die Lösung besteht aus drei Systemen, die laut Kony alle Entwicklungsanforderungen über den kompletten Planungs- und Lebenszyklus einer mobilen Anwendung abdecken sollen. So lässt sich mit Kony Visualizer die geplante App mitsamt den gewünschten Funktionen definieren und ein Prototyp entwerfen, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Kony Studio wiederum bietet umfangreiche Entwicklungswerkzeuge zum Bau von Web-basierten, nativen und hybriden Apps für Smartphones, Tablets und Desktops auf einheitlicher Code-Basis. Auf der Kony World, die jüngst in Frankfurt stattfand, stellte die Company sogar ihre erste App für die Apple Watch vor - Kunde ist eine große internationale Fluggesellschaft, die (noch) nicht genannt werden will.

Zu der Lösung gehören noch Konys Middleware sowie die gehosteten mBaaS-Angebote (über RESTful APIs). Zu diesen zählt unter anderem eine EMM-Lösung mit zahlreichen Features, angefangen von der Bereitstellung bis hin zum Wrapping und der Absicherung der Apps (kontext- und ortsbasierend). Was die zu Anfang angesprochene Pflege der Apps angeht, garantiert Kony, dass die Anwendungen auch bei Betriebssystem-Updates übergangslos funktionieren. Best zufolge beschäftigt seine Company allein in Hyderabad 400 Entwickler, um "Futureproof"-Apps zu gewährleisten.

Für wen lohnt sich eine MEAP-Lösung?

Obwohl es sich um eine Cloud-Lösung handelt, wird die Kony-Plattform natürlich nicht über Nacht errichtet. Die Implementierung dauert Best zufolge in der Regel sechs bis zwölf Wochen, ist "also eher ein Middleware-Projekt und keine ERP-Einführung". Einmal eingerichtet, werde die Zeit von der Idee zur fertigen App um 50 bis 60 Prozent reduziert, verspricht der ehemalige SAP-Manager. Um festzustellen, für wen sich eine Mobile Enterprise Application Platform (MEAP) rentiert, verweist der Kony-Mann auf Gartners "Rule of Three". Demnach sollten Unternehmen eine MEAP-Ansatz in Erwägung ziehen, wenn ihre mobile Lösung

  • drei oder mehr mobile Apps unterstützen soll;

  • drei oder mehr mobile Betriebssystem unterstützen soll;

  • und dabei mindestens drei Datenquellen im Backend integriert werden.

In Gartners Magic Quadrant für Entwicklungsplattformen für Mobilanwendungen 2014 wird Kony übrigens im Leader-Quadrant positioniert, Wettbewerber der privat geführten Firma sind Dickschiffe wie IBM oder SAP. Laut Best sei seine Company gegenüber diesen IT-Riesen im Vorteil, weil sie sich als Spezialist voll auf das Thema konzentrieren könne.

Zugeständnisse für Europa

Das Unternehmen aus Orlando zählt nach eigenen Angaben über 400 Kunden, darunter mehr als 70 Fortune-500-Unternehmen. In Europa, wo der Mobility-Spezialist seinen nächsten starken Fokus gesetzt hat, nutzen bereits Großunternehmen wie Siemens, Otis oder Rentokil Kony-Lösungen. Um hier seine Nutzerschar auszubauen, macht das US-Unternehmen spezielle Zugeständnisse an lokale Erfordernisse. So bietet Kony für die eigentlich in der Cloud betriebene Lösung auch On-premise-Support, außerdem ist es möglich, sie über Amazon Web Services als Private-Cloud-Lösung zu betreiben. Last, but not least gibt es über Arvato eine Hosting-Option in einem deutschen Rechenzentrum.