Web

 

Konkurrenz setzt Qwest unter Druck

05.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der in Denver, Colorado, ansässige TK-Konzern Qwest Communications International hat mit einiger Verspätung die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal 2003 bekannt gegeben: Nach eigenen Angaben verbuchte der finanziell stark angeschlagene Carrier bei 3,34 Milliarden Dollar hohen Einnahmen einen Nettoverlust von 91 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie. Vergleiche mit dem Vorjahreszeitraum sind nicht möglich, da Qwest derzeit seine Bilanzen für die Geschäftsjahre 2000, 2001 und 2002 korrigiert. Im vorangegangenen ersten Vierteljahr 2003 hatte Qwest noch 128 Millionen Dollar oder sieben Cent pro Anteilsschein verdient. Der Umsatz hatte damals 3,46 Milliarden Dollar betragen. Als Grund für das schlechte Abschneiden im Berichtszeitraum nannte der TK-Konzern den starken Konkurrenzdruck. Man habe etwas zu langsam auf preisaggressive Mitbewerber reagiert, so Qwest. Der Carrier

versuche nun aber, mit neuen Kombitarif-Produkten wieder Boden zu gewinnen.

Wie der viertgrößte Anbieter von Ortsgesprächen in den USA weiter mitteilte, steht er kurz vor dem Abschluss der Bilanzrevision. Dabei zeichne sich ab, dass der Nettogewinn im Jahr 2000 um 357 Millionen Dollar und der des Jahres 2001 um 625 Millionen Dollar niedriger ausfallen werde. Der Überschuss für 2002 falle dagegen um voraussichtlich 212 Millionen Dollar höher aus als zunächst errechnet.

Qwest hatte im vergangenen Jahr eingeräumt, in den Jahren 2000 und 2001 insgesamt 2,2 Milliarden Dollar Umsatz falsch verbucht zu haben, 1,6 Milliarden davon stammten aus umstrittenen Kapazitätstauschgeschäften mit anderen Carriern. Gegen das Unternehmen ermittelt seit gut einem Jahr die US-Börsenaufsicht SEC, daneben haben auch das Justizministerium und die Bezirksstaatsanwaltschaft von Oklahoma Ermittlungen aufgenommen. (mb)