Kommunikation mit Hyperchannel auf TCPIP-Basis: Network Systems schafft Draht zu Ethernet

04.12.1987

MÜNCHEN (sch) - Im Mittelpunkt der jüngsten Produktofferte von Network Systems steht das Thema Internetworking: Das Frankfurter Unternehmen steuert für die Verbindung von Hyperchannel und Ethernet-LANs einen neuen Router mit passender Software bei. Außerdem wurde jetzt das File-Transfer-Management-System DataMover für den Markt freigegeben.

Der IP-Router mit der Bezeichnung EN641 ermöglicht Ethernet-Benutzern den Zugang zu Hosts und Mainframes in Hyperchannel-Netzen auf der Basis von TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol). Ein Anwender kann damit aber auch über Workstations in verschiedene LANs gelangen. Der IP-Router mit Parallel-Processing, zwei 68020-CPUs und 1 Megabyte bis 6 Megabyte Speicherkapazität ist für den Anschluß von maximal acht Ethernets und zwei Hyperchannel-Ports ausgelegt. Der gewährleistete Datendurchsatz liegt bei bis zu 10 000 Paketen pro Sekunde.

Die für den Datenaustausch zwischen Hyperchannel und Ethernet benötigte TCP/IP-Software ist für folgende Betriebssysteme verfügbar: Unix 4.2, Unix V, Ultrix, Xenix, VM8, VM, MVS, UTS, Unicos, NOS/BE. Sie ist lauffähig auf einer Workstation oder einem anderen Unix-System und auf Hosts von DEC, IBM, Amdahl, Cray und Control Data.

Aufbau eines Backbone-Netzes

Mit den neuen Brücken EN601, EN602 und EN603 lassen sich Ethernet-to-Ethernet-Verbindungen über Hyperchannel aufbauen, wobei neben TCP/IP auch XNS oder DECnet zum Tragen kommen können. Sie werden benutzt, um ein Backbone-Netzwerk aufzubauen, überlastete LANs zu unterteilen und um einen Draht zu schaffen zwischen weit entfernten lokalen Netzwerken. EN601 arbeitet mit dem Hyperchannel-10, EN602 benutzt öffentliche Leitungen für die Überbrückung von großen Entfernungen und EN603 ist an Hyperchannel-50 gebunden.

Offiziell vorgestellt hat Network Systems nun auch in mehreren Varianten das universelle File-Transfer-Managementsystem DataMover, das in unterschiedlichen Netzwerk-Umgebungen - auch solchen mit ISO/ OSI-Standard - eingesetzt werden kann. Es dient dazu, Unterschiede zwischen diversen Hardware- und Anwendungssystemen auszugleichen. Zu der neuen Produktfamilie gehören zur Zeit unter den Betriebssystemen MVS und VSE fünf Pakete:

- NDM-MVS (SNA-Version) für MVS in einem SNA-Netzwerk,

- NDM-MVS (Hyperchannel-Version) für MVS in einem Hyperchannel-Netzwerk,

- NDM-VSE (SNA/Hyperchannel-Version) für ein MVS, das in beiden Netzen kommuniziert,

- NDM-VSE für VSE in einem SNA-Netz und

- NDM-PC für den Datenaustausch zwischen PCs und Mainframes in einem SNA-Netz.

Gegenwärtig entwickelt Network Systems noch NDM-VM und NDM-VMS und VAX-Minicomputer von DEC. Beide Pakete gibt es dann ebenfalls in der SNA-, Hyperchannel- und in der kombinierten Version.

NDM überträgt alle gängigen Datei-Arten ohne Zwischenspeicherung, auch zwischen verschiedenen

Speichermedien. Es lassen sich verschiedene Netzwerk-Aktivitäten zu einem automatisch ablaufenden Zyklus verketten. Die Übermittlung vorgegebener Parameter wie Uhrzeit, Datum und Job-Klassifikation kann auch automatisch ablaufen. Alle NDM-Produkte benutzen eine gemeinsame, immer gleiche Kommando-Sprache. Zur Behandlung von Fehlerkorrekturen sowie Prüfpunkt-/Wiederanlauf-Funktionen bietet das System umfangreiche Prozeduren und zur optimalen Verwaltung und Steuerung werden Online-Netzwerk-Statistiken sowie Audit-Trails generiert. Ferner lassen sich Benutzer-Zugriffe und -Privilegien kontrollieren (ACF2, RACF und Top Secret werden unterstützt).

Kompatibilität zwischen Systemen

Network DataMover arbeitet als Kommunikations-Interface und stellt Kompatibilität zwischen Netzen mit Software-Systemen verschiedener Hersteller her. Änderungen von System- oder Anwendungssoftware werden nur einmal an einem Standort durchgeführt und anschließend verteilt. Bei Überlastung eines Rechenzentrums kann NDM eine Anwendung samt notwendiger Support-Ressourcen nach vordefinierten Kriterien ohne Operator-Eingriff an ein Zentrum mit freier Kapazität übertragen. Dateien, Programme und Bibliotheken - die für einen Wiederanlauf kritischen Elemente - werden bei Änderungen automatisch außerhalb gesichert.