Baustoffhersteller Xella

Kernsanierung in der IT

31.08.2020
Von 
Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Der Hauptsitz der Xella Group in Duisburg.
Der Hauptsitz der Xella Group in Duisburg.
Foto: Xella Group

Die Umstrukturierung setzte der Baustoffhersteller innerhalb eines halben Jahres um und investierte viel Zeit. Alle Beteiligten wurden aus ganz Europa zum Firmenhauptsitz in Duisburg eingeflogen und arbeiteten von Anfang an gemeinsam an der Gestaltung der neuen Organisation mit. "Der ganze Aufwand hat sich aber gelohnt," so Baars. "Weil jeder mitgestaltet hat, klappte der Rollout reibungslos, und die Teams funktionieren seitdem sehr gut."

Mehr Effizienz durch Cloud-Dienste

Nachdem Xella sich von seinem damaligen Dienstleister getrennt und die neue IT aufgebaut hat, steht Ziegler nun vor der zweiten Phase des Projekts. Dabei geht es vor allem um die Optimierung der verschiedenen IT-Systeme. "Die Migration musste schnell gehen, daher haben wir anfangs nicht alle im Azure-Baukasten zur Verfügung stehenden Cloud-Mechanismen genutzt," so der neue CIO.

"Selbst ohne die jetzt eingeleitete Optimierung ließ sich ein im Vergleich zu den früheren Outsourcing-Kosten beeindruckender Business-Case rechnen." Reserved Instances, steuerbare Serverlaufzeiten oder ein gedeckelter "Burst Mode" von virtuellen Maschinen seien Beispiele, wie Xella als Unternehmen ohne Einbußen hinsichtlich der IT-Performance die Kosten dauerhaft senken könne.

Die Verbesserungen durch das Migrationsprojekt will das Xella-Management über Governance-Prozesse in den operativen Betrieb überführen. Dazu zählen beispielsweise Performance- und Kostenerhebungen, die in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess dazu beitragen sollen, dass die IT transparent und kosteneffizient bleibt. Hierzu soll die Leistung der IT-Abteilung für die Fachbereiche mithilfe von KPIs und SLAs messbar und nachvollziehbar werden.

Langer Atem statt schneller ROI

"Bei so einem großen Umbauprojekt muss der IT und der Geschäftsführung bewusst sein, dass es um langfristige strategische Ziele geht", erklärt Baars. "Man darf nicht nach einem halben Jahr einen ROI erwarten." Projekte wie die Einführung eines CRM-Systems schafften erst die Voraussetzung, um ein Unternehmen in der Breite digitalisieren zu können: "Somit sollte der Business Case ganzheitlich auf dem digitalen Geschäftsmodell und seiner Roadmap gerechnet werden."