Vorreiter Software AG

Kernarbeitszeiten sind out

19.06.2008
Von Ines Brunner
Nicht nur mit individuellen Weiterbildungskursen, Work-Life-Balance und Kinderfreundlichkeit will das Darmstädter Unternehmen Software AG Mitarbeiter und ihr Know-how langfristig binden.

In der IT-Branche sind kurze Unternehmenszugehörigkeiten die Regel. Manche Firmen schaffen es aber, ihre Mitarbeiter langfristig zu binden, wie das Beispiel der Software AG zeigt: Im Dezember 2007 arbeiteten nach eigenen Angaben die Mitarbeiter durchschnittlich rund 13 Jahre im Unternehmen - Tendenz steigend. Warum das so ist, erklärt Torsten Bittlingmaier, Vice President Global Human Resources: "Wir bringen unseren Mitarbeitern eine hohe Wertschätzung entgegen und wissen, dass wir unseren Erfolg im Wesentlichen ihnen verdanken." Die Darmstädter Firma bietet ihren Mitarbeitern - neben attraktiven Gehaltsmodellen - unter anderem ein Training für neue Mitarbeiter, Karriereförderung oder flexible Arbeitszeiten.

Corporate University

Neue Mitarbeiter durchlaufen bei der Software AG ein New Hire Training, um sich mit dem Unternehmen vertraut zu machen. Anschließend werden sie in speziellen Programmen ausgebildet. So lernen Vertriebler die Technologien und Produkte des Unternehmens kennen, Führungskräfte nehmen an Management-Programmen teil, und technisch orientierte Mitarbeiter bereiten sich in Kursen auf Zertifizierungen vor. Auch die Führungsmannschaft von morgen wird vorbereitet: Spezielle Management-Trainee- und High-Potential-Programme sollen qualifizierte Mitarbeiter für die zukünftigen Positionen in der Chefetage fit machen. Individuelles Coaching, externe Trainingskurse und berufsbegleitende Studien ergänzen die Maßnahmen.

Die Personalentwicklung unterstützt inhaltlich die "Corporate University", die das Maßnahmenangebot verantwortet. Rund 2300 Teilnehmer besuchten 2007 die insgesamt 185 Seminare der Bildungseinrichtung. Wie der Darmstädter IT-Spezialist berichtet, waren 90 Prozent der Mitarbeiter insgesamt zufrieden mit dem Weiterbildungsprogramm.

Kernzeiten sind Fehlanzeige

Um den Mitarbeitern eine Work-Life-Balance zu ermöglichen, bietet ihnen die Software AG flexible Arbeitszeiten - ohne Kernzeiten. Überstunden können sie in weniger arbeitsintensiven Phasen als Freizeitausgleich nehmen. Die gesamte Mehrarbeit jenseits der 60-Stunden-Grenze kann in Langzeitkonten oder Zeitwertpapieren angelegt werden. So ermöglicht das Unternehmen den Mitarbeitern, vorzeitig aus dem Arbeitsleben auszusteigen. Alternativ können sie die Überstunden auch in Geld umwandeln. Noch mehr Flexibilität und damit auch Familienfreundlichkeit bringen Telearbeitsplätze mit sich.

Gemeinsam die Karriereleiter bauen

Regelmäßig finden Mitarbeiterbefragungen statt. Aus diesen leitet das Softwarehaus Maßnahmen ab und will so auch die Motivation und Produktivität der Angestellten erhöhen. Damit die Mitarbeiter wissen, wo sie gerade stehen und welche Fähigkeiten sie noch ausbauen müssen, um in eine höhere Position aufzusteigen, führt die IT-Firma derzeit ein Bewertungssystem ein. Es beurteilt die Leistungen und das Potenzial der Arbeitnehmer mit dem Ziel, jeden auf die Position zu bringen, die seinen Fähigkeiten am besten entspricht.

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