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Keine Riesensprünge bei Palm OS 5

22.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Lauf des Jahres wird der PDA-Hersteller Palm eine neue Version seines Betriebssystems "Palm OS" auf den Markt bringen (Computerwoche online berichtete). Größere Änderungen werde das Entwicklerteam jedoch nicht über Nacht umsetzen, ließ die Unternehmenstochter Palm Source verlautbaren. Man wolle die Plattform schrittweise erneuern und noch einige Zeit die vorhandene Software und bestehende Entwickler-Tools unterstützen.

Anwender sollen beim Umstieg von Version vier auf fünf des Palm-OS kaum etwas bemerken. Als Hardware-Grundlage wird dann voraussichtlich ein ARM-Prozessor statt der bislang eingesetzten Dragonball-CPU dienen. Native ARM-Applikationen werde es zu Beginn jedoch laut David Fedor, Softwarearchitekt bei Palm, nicht geben, da die Entwicklerwerkzeuge noch nicht fertig seien. Auch in Sachen Menüs und Icons soll im Wesentlichen alles beim Alten bleiben.

Palm OS 5 wird deswegen auf den Emulator "Pace" aufsetzen, der einen Dragonball-Chip der 68000-Serie vortäuscht und die Applikationen für den ARM-Prozessor übersetzt. Dabei sollen alte Anwendungen unter Palm OS 5 sogar schneller laufen als auf ihrer nativen Plattform, behauptet Fedor. Die neuen Merkmale der Palm-5-Plattform wie zum Beispiel höhere Schriftenauflösung werden von der Software automatisch genutzt. Für die Anwender gibt es somit keinen Grund, ihre bisherigen Palm-Programme zu aktualisieren.

Allerdings werden nicht alle heute verfügbaren Anwendungen für Palm OS 4 auf der neuen Version laufen. Mit Code, der sich nicht streng an die Palm-Regeln hält, kann Pace nichts anfangen. Programme, die zum Beispiel wegen höherer Leistungsfähigkeit nicht exakt den Vorgaben folgen, sollten laut Fedor von den jeweiligen Entwicklern überarbeitet werden. (js)