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Keine Einigung in Sachen Napster

21.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die einmonatige Frist, die ein US-Gericht der US-Musiktauschbörse Napster und der Musikindustrie zur außergerichtlichen Beilegung ihrer Rechtsstreitigkeiten eingeräumt hatte, ist am vergangenen Sonntag ergebnislos verstrichen. In dem seit drei Jahren dauerndem Prozess verklagen die Recording Industry Association of America und fünf große Musik-Labels den Internet-Musikdienst wegen Copyright-Verletzung. Nun geht der Streit in die nächste Runde, in der Richterin Marilyn Hall Patel jedoch nicht nur die Geschäftspraktiken der Musiktauschbörse, sondern auch die der Musikindustrie unter die Lupe nehmen will. Sie hatte noch im Januar angekündigt, die Art und Weise der Labels näher zu untersuchen, mit der sie sich die Rechte zu Songs verschafft haben, die Napster angeblich illegal verwendete. Ferner will Patel herausfinden, ob die Musikindustrie ihre Copyright-Kontrolle ausgenutzt

hat (Computerwoche online berichtete).

Napster hat nach eigenen Angaben bislang keine Verlängerung für die außergerichtliche Beilegungsfrist beantragt. Trotzdem setze man sich weiterhin für eine Einigung mit der Musikindustrie ein. Je eher das Unternehmen sich auch auf ein Lizenzabkommen mit den Labels einigt, desto schneller kann Napster seinen geplanten kostenpflichtigen Service anbieten. (ka)