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KDE plant Google-Funktionen für den Linux-Desktop

27.08.2004

Das Open-Source-Projekt KDE will die Suchfunktion seiner quelloffenen Linux-Benutzerführung erheblich verbessern. So sollen sich auf der Festplatte oder im lokalen Netz gespeicherte Dateien künftig nicht mehr nur über ihren Namen sondern anhand intuitiver Begriffe finden lassen.

Die neue Suchmaschine soll innerhalb der kommenden 18 Monate fertig gestellt und in die Systemsteuerung des KDE integriert werden. Ob sie bereits mit der Programmversion 3.4 oder erst mit der Variante 4.0 der Benutzerführung zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht bekannt, sagte KDE-Entwickler Aaron Seigo auf dem "aKademy" genannten KDE Community World Summit 2004 in Ludwigsburg.

Microsoft hat ähnliche Pläne und will die Desktop-Suche mit dem kommenden Dateisystem WinFS (Windows Future Storage) vereinfachen. Damit sollen Anwender Dateien unter anderem über unabhängig vom Dateityp hinterlegte Metainformationen aufspüren können (Computerwoche.de berichtete).

Neben der Suchfunktion plant das KDE-Projekt weitere Verbesserungen. So soll sich der Linux-Desktop künftig einfacher und bequemer bedienen lassen. Open-Source-Entwickler programmierten in der Regel nicht mit Blick auf technisch unerfahrene Anwender. In der Folge seien quelloffene Benutzerführungen weniger intuitiv zu bedienen als der Windows-Desktop. Wie der KDE 4.0 aussehen werde, wisse er zwar noch nicht, er habe jedoch die Hoffnung, dass Anwender ihn nicht mehr als Schnittstelle wahrnehmen werden, sagte Seigo. Um das zu erreichen, seien dem KDE-Team drei Usability-Experten beigetreten.

Ob es gelingen wird, in Sachen Bedienbarkeit mit Windows gleichzuziehen, ist jedoch in der Open-Source-Community umstritten. So konzentriert sich zum Beispiel der Distributor Red Hat nach Angaben von Paul Salazar, Marketing Director Europe, auf Linux-Server-Anwendungen. Es sei nicht möglich, im Desktop-Bereich gegen Microsoft anzukommen. Dafür habe der Redmonder Konzern ein zu großes Forschungs- und Entwicklungs-Budget. (lex)