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Kazaa-Betreiber wehrt sich gegen Razzien

11.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sharman Networks, Betreiber des populären Filesharing-Dienstes "Kazaa", wehrt sich gegen von der australischen Musikindustrie Ende letzter Woche veranlasste Durchsuchungen von Büros, Privatwohnungen des Managements, Internet-Service-Providers und Universitäten (Computerwoche.de berichtete). Beim Federal Court in Sydney hat Sharman beantragt, dass die Ermittler der MIPI (Music Industry Privacy Investigations) die beschlagnahmten Materialien nicht auswerten dürfen. Das Gericht gewährte zehn Tage Aufschub und will bis zum 20. Februar entscheiden.

Die von großen Plattenfirmen gegründete Organisation, so Sharman, habe bei der Anstrengung der Durchsuchungsbefehle entscheidende Fakten verschwiegen - nämlich dass es gegen das Unternehmen in den Niederlanden sowie den USA bereits ähnliche, im Nachhinein erfolglose Ermittlungen gegeben habe. Der in den USA für Sharman tätige Anwalt David Casselman ist eigens nach Sydney geflogen, um vor Ort Hilfestellung zu geben. Er vermutet, hinter der MIPI-Ermittlung stecke die weltweite Musikindustrie, nachdem diese bislang nicht erfolgreich gegen Kazaa vorzugehen vermochte.

MIPI-Chef Michael Speck wies dies als Unterstellung zurück. "Dies ist ein australischer Fall, angestrengt durch australische Copyright-Inhaber", erklärte der General Manager. "Wir haben vor sechs Monaten technische und physikalische Veränderungen an der Infrastruktur des Kazaa-Betriebs festgestellt, die klar machen, dass sie nun in Australien operieren und das hiesige Urheberrecht verletzen." (tc)