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Kaspersky warnt vor steigender Online-Kriminalität

10.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Für 90 Prozent der Schadprogramme, die im Internet ihr Unwesen treiben, sind organisierte Kriminelle verantwortlich. Das ergab eine aktuelle Bestandaufnahme der Moskauer Security-Firma Kaspersky Labs. "Lediglich zehn Prozent des bösartigen Codes gehen auf das Konto von Teenagern", berichtet Eugene Kaspersky, Gründer und Leiter der Virenforschung bei der Netzsicherheitsfirma.

Kaspersky führt die zunehmende Web-Kriminalität auf nach wie vor mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen zurück. Immer gravierender werde das Problem nicht zuletzt dadurch, dass die Attacken mittlerweile meist von Profis ausgeführt würden. Für diese sei es heute beispielsweise ein Leichtes, so genannte Backdoor-Trojaner zu entwickeln, die Hackern mittlerweile primär dazu dienen, sich Zugriff auf persönliche Bankinformationen zu verschaffen. In diesem Zusammenhang verweist der Antivirenspezialist auf (bereits verhaftete) Hacker in Brasilien, die sich dort auf diese Weise um rund 80 Millionen Dollar bereichert haben. Indirekt kriminalitätsfördernd wirken sich nach Ansicht der Sicherheitsexperten allerdings auch die zahlreichen Presseberichte über "erfolgreiche" Hacker-Aktionen aus: Sie fungierten als Anreiz für andere, ebenfalls in das vermeintlich lukrative Geschäft einzusteigen. (kf)