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Kartellverdacht gegen Intel und Media-Saturn erhärtet

03.07.2006
Der Chipkonzern Intel hat nach einem Pressebericht in Deutschland zusammen mit denMetro-Elektroniktöchtern Saturn und Media Markt über Jahre massiv gegen das Kartellrecht verstoßen.

Der "Financial Times Deutschland" liegt nach eigenen Angaben ein Schriftwechsel vor, laut dem Intel per Exklusivvertrag mit der Media-Saturn-Holding dafür gesorgt haben soll, dass Wettbewerber wie der Chiphersteller AMD ihre Produkte nicht über den größten deutschen PC-Händler verkaufen können.

Intel und Media-Saturn drohten deswegen Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe, schreibt die Zeitung. Einem Zulieferer habe der Zentraleinkauf von Media-Saturn im Frühjahr dieses Jahres mitgeteilt, nach dessen Modellwechsel keine elektronischen Geräte mehr von ihm einzukaufen. Unverblümt heiße es in dem Ablehnungsschreiben, Media-Saturn kaufe grundsätzlich keine Produkte mit AMD-Prozessoren, da der Händler eine entsprechende Vereinbarung mit Intel habe.

Das Dokument liege auch dem Bundeskartellamt vor, so das Blatt. Nach europäischem Kartellrecht dürfen marktbeherrschende Hersteller keine exklusiven Vertriebspartner haben. Intel hat den Angaben nach bei PC-Prozessoren einen Marktanteil von 80 Prozent. (dpa/tc)