Ratgeber Karriere

Warum zum IT-Dienstleister?

Karriereratgeber - Silke Aich, Voquz

19.07.2017
Vom 12. bis 25. Juli beantwortet die HR und Recruitment Managerin Silke Aich Ihre Fragen rund um die Karrierechancen und –perspektiven bei IT-Dienstleistern.

Silke Aich verantwortet innerhalb der VOQUZ Group das konzernweite Recruitment. Zuvor war sie neben der Personalvermittlung von Fach- und Führungskräften aus dem Finance Bereich für den Aufbau des IT Recruitings in einer Personalberatung verantwortlich.

Die VOQUZ Group ist ein Lösungsanbieter und Systemintegrator im IT-Bereich. Das Unternehmen ist ein One-Stop-Shop und bietet Kunden Lösungen in den Bereichen SAP Business Solutions, Asset Management und Datenqualität. Im Bereich Application Quality unterstützt VOQUZ ihre Kunden bei der Entwicklung von Web-Anwendungen sowie im Application Testing und Managed Security Testing.

Silke Aich ist zuständig für die Recruitment-Aktivitäten ihres Arbeitgebers Voquz.
Silke Aich ist zuständig für die Recruitment-Aktivitäten ihres Arbeitgebers Voquz.
Foto: Marek & Beier Fotorgrafen

VOQUZ schöpft aus einem Pool interner und externer Spezialisten und profitiert von über 35 Jahren Markterfahrung in den Branchen Banking, Automotive und Technology. Zu den Kunden zählen sowohl Konzerne als auch mittelständische Unternehmen. Die VOQUZ Group beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und hat ihren Hauptsitz in München. Sie ist mit eigenen Niederlassungen und über Vertriebspartner in Europa, Nord- und Südamerika vertreten.

Stellen Sie Ihre Fragen einfach unterhalb dieses Beitrag über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden zeitnah beantwortet. (hk)

 

Silke Aich

Lieber pfa01,

Sie schreiben, dass Sie bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber im Moment
zufrieden sind.
Irgendetwas muss es dann ja doch geben, was Ihnen bei Ihrem jetzigen
Arbeitgeber fehlt. Sind es fachliche Gründe, wünschen Sie sich eine Gehaltserhöhung,
fehlt die Weiterentwicklung, ist es das soziale Umfeld im Unternehmen oder
liegt der Grund im Unternehmen selbst (fehlende Internationalität)? Versuchen
Sie zuerst herauszufinden, was Ihnen aktuell genau fehlt. Vielleicht sind es ja
Punkte, die sich ändern lassen und wenn ja, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem
Vorgesetzten und sprechen Sie mit ihm über Ihre Wünsche und Vorstellungen – oftmals
ergeben sich aus solchen Gesprächen ganz neue Möglichkeiten und Perspektiven.

Auch wenn das neue Jobangebot sehr interessant und passend klingt,
sollten Sie bedenken, dass ein neuer Arbeitsplatz zu Beginn sehr viel
Aufmerksamkeit und Engagement fordert. Sie müssen sich in die neue Aufgabe
einfinden, Sie bekommen neue Kollegen, ein neues Team und eine neue Unternehmenskultur, all das sind Herausforderungen die gemeistert werden wollen. Und dann haben Sie auf der privaten Seite auch eine ganz neue und besondere Herausforderung – Sie werden Papa. Diese Rolle ist auch neue und man möchte doch gerade in den ersten Monaten möglichst viel Zeit mit dem Baby verbringen. So eine Doppelbelastung kann schon mal zu einem persönlichen Konflikt zwischen neuem Job und Privatleben führen, ich vermute mal, dass Sie sich bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber mehr freie Zeit fürs Privatleben schaffen könnten.

Wägen Sie beide Optionen noch einmal genau ab und entscheiden Sie dann. Nur
Sie allein können beurteilen, ob sich das zeitlich ausgeht, weil z.B. der neue
Job einige Monate vor der Geburt des Kindes startet, das neue Angebot so
einmalig gut ist, Sie es unbedingt annehmen wollen und ob Sie beide Herausforderungen meistern können.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Viele Grüße
Silke Aich

pfa01

Hallo Frau Aich,

ich habe ein Jobangebot bekommen und überlege derzeit ob ich dieses annehmen soll.

Im
Moment bin ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber zufrieden, studiere
aber in den letzten Monaten wieder regelmäßig die aktuellen
Stellenanzeigen.

Ich werde dieses Jahr Vater und tue
mich aus der dieser Verantwortung heraus etwas schwer mit der
Entscheidung für den neuen Job.

Der Wechsel selbst wäre
in ein international tätiges Unternehmen und würde mir vom
Aufgabenbereich liegen und mit Sicherheit auch Spaß machen. Von der
finanziellen Seite würde sich der Wechsel auf jeden Fall lohnen, was
aber nicht das ausschlaggebenste Argument ist.

Das Angebot sehe ich als Chance und ich werde als Enddreißiger auch nicht jünger.

Ein Jobwechsel birgt immer ein gewisses Risiko, allerdings hatte ich in der Vergangenheit noch Probleme in der Richtung.

Was würden Sie mir raten?

MfG

pfa01

Jeff Costello

Hallo Frau Aich,
vielen Dank für Ihre Antwort. Sie haben mir bei meiner Entscheidungsfindung etwas weiter geholfen.
VG

Silke Aich

Lieber Herr Costello,

vielen Dank für Ihre Frage. Das klingt nach einem attraktiven Angebot.

Aus meiner Sicht bieten sich Ihnen in einer Festanstellung folgende
Vorteile:
- Sie können entspannter sein, denn Sie müssen sich nicht um neue
Aufträge kümmern, wenn ein Projekt zu Ende ist - Eigenverantwortung und Risiko
für die Akquise von Folgeprojekten wird reduziert, bzw. entfällt ganz
- Sie bekommen als Angestellter ein festes, monatliches Einkommen
und erwerben einen Anspruch auf soziale Absicherung
- im Krankheitsfall und auch während des Urlaubs bekommen Sie Ihr
Gehalt weiter bezahlt
- Unternehmen investieren in der Regel in die Weiterbildung und in Zertifizierungen
für ihre Mitarbeiter
- häufig kann man die Work-Life Balance aufgrund geregelter
Arbeitszeiten verbessern
- und die Gefahr einer möglichen „Scheinselbständigkeit“ wird durch
die Anstellung ausgeschlossen

Ich hoffe meine Antwort ist hilfreich für Sie und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

Viele Grüße
Silke Aich

Jeff Costello

Ich bin seit 10 Jahren freiberuflich unterwegs und habe jetzt ein Angebot zur
Festanstellung erhalten. Die Stelle, der Projektinhalt und das Unternehmen gefällt mir. Was würde aus Ihrer Sicht für eine Anstellung sprechen und welche Vorteile bieten sich dadurch für mich?

Silke Aich

Lieber SAP-Student,

aus der Sicht des Recruitings, ist natürlich ein Doktortitel bei einem Bewerber sehr attraktiv, vor allem dann wenn er auch durch praktische Erfahrung im dem Bereich belegt werden kann.
Eine Promotion ist mit sehr viel Aufwand und Durchhaltevermögen verknüpft, neben dem fachlichen Wissen kann diese von einem zukünftigen Arbeitgeber als positiv gewertet werden und Sie heben sich dadurch von anderen Bewerbern ab.
Sie sollten sich neben den besseren Karrierechancen auch darüber bewusst sein, dass der Erwerb eines Doktortitels viel Zeit in Anspruch nehmen wird. In der Regel dauert das ungefähr 3-5 Jahre. Daher ist die persönliche Motivation für diese Entscheidung ein wichtiger Faktor.
Diese Fragen können Ihnen helfen Klarheit bei der Entscheidung zu finden:
Möchten Sie unabhängig von beruflichen Vorteilen promovieren?
Haben Sie Freude am wissenschaftlichen Arbeiten und möchten Sie forschen?
Haben Sie ausreichend Durchhaltevermögen?
Auch wenn ein berufliches Weiterkommen ein legitimer Grund für eine Dissertation ist, sollten Sie die Faktoren wie Zeit, Aufwand, Durchhaltevermögen und den Wert der praktischen Erfahrung nicht ganz außer Acht lassen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem ganz persönlichen Karriereweg.

Viele Grüße
Silke Aich

SAP-Student

Sehr geehrte Frau Aich,

vielen Dank, dass Sie Ihr Wissen mit uns teilen. Es würde mich freuen, wenn Sie mir Frage beantworten können:

Glauben Sie das eine Promotion in Informatik förderlich für die Karriere sein kann? Ich persönlich habe das Gefühl, dass gerade bei Stellen im Bereich Data Science gewünscht wird.

Viele Grüße
SAP-Student

Silke Aich

Herzlich willkommen im Karriereforum der Computerwoche!

Ich freue mich darauf, mit Ihnen in den nächsten beiden Wochen Themen rund um die „Karriere in der IT“ zu diskutieren. Egal ob Sie darüber nachdenken, wer der passende Arbeitgeber für Sie ist (Großkonzern oder doch „Hidden Champion“, Softwarehaus oder IT-Beratung), wie Sie im Auswahlprozess überzeugen können, oder wie Ihr nächster Karriereschritt aussehen kann, ich beantworte gerne Ihre Fragen.
Ich freue mich auf einen spannenden Austausch!
Viele Grüße
Silke Aich

comments powered by Disqus