Ratgeber Karriere

Karriere im internationalen Industrieunternehmen

Karriereratgeber 2017 – Markus Geib, cbs

08.11.2017
Vom 1. bis 14. November 2017 beantwortet Markus Geib von cbs Ihre Karrierefragen im Online-Forum der CW. Er kennt sich vor allem mit den Themen SAP und IoT gut aus.

Markus Geib ist Mitglied der Geschäftsleitung bei cbs und als Consulting Director für die Bereiche Logistik/SCM, Manufacturing, Sales & Distribution sowie die Themen Internet of Things (IoT) & Industrie 4.0 verantwortlich. Geib absolvierte ein Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur an der Fachhochschule in Karlsruhe. Anschließend stieg er als Trainee bei der Firma Gesis (IT-Beratung der Salzgitter AG) ein und kam dort später als Berater und Projektleiter zum Einsatz. Im Jahr 2005 wechselte er als Prozessberater zur cbs.

Markus Geib kam 2005 zu als Prozessberater zur cbs und ist heute Mitglied der Geschäftsleitung.
Markus Geib kam 2005 zu als Prozessberater zur cbs und ist heute Mitglied der Geschäftsleitung.
Foto: cbs Corporate Business Solutions

Die Unternehmensberatung cbs Corporate Business Solutions sorgt als Prozessberater und SAP-Experte für die Verbindung von digitaler Transformation und Globalisierung im Umfeld großer, internationaler Industrieunternehmen. Ziel sind digitale End-to-End-Geschäftsprozesslösungen (Corporate Business Solutions). cbs gehört zur Materna-Gruppe und beschäftigt 400 Mitarbeiter am Firmensitz in Heidelberg und den neun cbs-Standorten in München, Stuttgart, Dortmund, Hamburg, Zürich, Barcelona, Philadelphia, Singapur und Kuala Lumpur.

Stellen Sie Ihre Fragen an Markus Geib einfach unterhalb dieses Beitrags über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden dann zeitnah beantwortet. (hk)

 

Markus Geib

Hallo Herr Thuermann,
abwarten ist in Ihrem Fall nicht ratsam. Nur nebenbei ein bisschen weiterbilden, das würde ich an Ihrer Stelle auch nicht tun. Wenn es Ihnen ernst damit ist, dann sollten Sie sich eine Aufgabe in einem Unternehmen suchen, in dem IoT eine konkrete Rolle spielt. Es gibt viele Firmen, die hier aktiv sind. Natürlich sind wir immer noch in einem frühen Stadium, aber es passiert momentan sehr viel. Schauen Sie sich um, wo man im IoT-Bereich arbeiten kann. Das ist ihre Chance, jetzt in ein neues Thema einzusteigen.
Wenn es dann mehr Projekte gibt und der IoT-Beratungsmarkt deutlich nach oben geht, können Sie als relevanter Know-how-Träger zum Zuge kommen, eben weil Sie in der Zwischenzeit eine Menge Praxis-Wissen aufgebaut und damit einen Vorsprung haben.
Als wir bei cbs begonnen haben, uns mit IoT zu beschäftigen, gab es noch keine Projektanforderungen von unseren Kunden – eher viele Ideen, die Lust am Ausprobieren und noch mehr Fragen. Davon haben wir dann, als die ersten echten Projektinitiativen gestartet wurden, sehr profitiert.
In unseren „cbs Labs“ entwickeln unsere Berater die digitalen Geschäftsprozesse von morgen – die Integration von IoT, Big Data etc. gehört als wesentlicher Bestandteil dazu. Früh dran sein - das ist für uns ein zentraler Anspruch. Wir wollen Innovationsführer sein. Wer das spannend findet und bei uns ins Thema IoT einsteigen möchte, ist herzlich willkommen. Dabei ist es unser Ziel, unsere Innovationen zeitnah in realen Kundenprojekten anzuwenden und so einen Mehrwert zu erzeugen. Bei etlichen Kunden setzen wir schon IoT-Szenarien um.

Alexander Thuermann

Hallo Herr Geib,
ich frage Sie als Experten in Sachen Internet of Things (IoT). Alle Welt redet über dieses Thema. Künftig wird ein weltweites Netzwerk unzählige Maschinen, Rechner, Sensoren und Devices miteinander verbinden. Industrie 4.0 und IoT sind ein fester Bestandteil der Digitalisierungsstrategie von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mich fasziniert das Thema – ich könnte mir vorstellen, künftig in diesem Umfeld zu arbeiten. Wie kann ich mich als Berater (2 Jahre Erfahrung in einem mittelständischen Beratungshaus) darauf vorbereiten, wenn ich in der Praxis bislang noch keinerlei Berührungspunkte damit hatte und in meinem beruflichen Umfeld noch keine IoT-Projekte umgesetzt werden?

Markus Geib

Hallo Frau Gavrancic,

wenn Sie durch ihr Studium im Bereich Finance fit sind, ist das gut. Für uns sind aber auch erste praktische Erfahrungen im relevanten Umfeld wichtig, zum Beispiel durch Praktika oder als Werkstudentin. Haben Sie schon Auslandserfahrung gesammelt? Auch das qualifiziert Sie. Als künftige Prozessberaterin brauchen Sie eine analytische und lösungsorientierte Denkweise. Hinzu kommen die Grundfähigkeiten für den Beraterjob: Über das Fachliche hinaus sollten Sie offen dafür sein, ständig Neues zu lernen. Unsere Berater sind kommunikativ, arbeiten im Team und reisen gerne in ferne Länder. Sie sollten bereit sein, sich mit Menschen aus fremden Kulturen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig müssen Sie sich in die komplexen Abläufe in Industriekonzernen hineindenken.

In punkto Technologiewissen bringen wir Berufseinsteiger innerhalb von vier Monaten auf den neuesten Stand, etwa durch SAP-Academy-Lehrgänge und SAP-Modulvertiefungen. Unseren Kompetenz-Vorsprung in Bezug auf neueste SAP-Software und -Technologie (S/4HANA, Cloud, IoT etc.) geben wir direkt an unsere Trainees weiter. Das ist dann die Basis für ihre spätere Aufgabe als Consultant.

Wir bei cbs suchen Leute, die Begeisterung mitbringen. Das sind junge Berater, die Leidenschaft für Geschäftsprozessgestaltung entwickeln und die digitalen Lösungen der internationalen Industrie mitgestalten wollen.

Milena Gavrancic

Guten Morgen, Herr Geip,

ich interessiere mich für ein Trainee-Programm in einem international tätigen Beratungshaus. Ideal wäre ein Unternehmen, in dem ich an anspruchsvollen Projekten wachsen kann. Ich bin 27 und habe Wirtschaftsinformatik studiert, Schwerpunkt Finance/Controlling. Welche Voraussetzungen muss ich eigentlich mitbringen für meinen Karrierestart? Wieviel Technologiewissen brauche ich für die Digitalisierung?

Markus Geib

Lieber Herr Renck-Wendel,
wir halten das in der Tat für sehr wichtig. Es ist sinnvoll, dass Sie ihr eigenes Portfolio von Zeit zu Zeit kritisch hinterfragen. Es geht ja um ihre Karriere und da sollten Sie sich bestmöglich aufstellen. Als Prozessexperten mit technischem Background wollen wir Geschäftsabläufe gestalten, die mit real existierender Software auch umsetzbar sind. Heute sind das optimierte und durchgängig digitalisierte End-to-End-Geschäftsprozesse - bei unseren Kunden mit SAP als Lösungskern. Das können Sie aber nur, wenn Sie sich mit den modernsten SAP-Lösungen gut auskennen und auch Best Practices für Schlüsselbranchen anzubieten haben.

Gerald Renck-Wendel

Sehr geehrter Herr Geib,

es ist durchaus interessant, die verschiedenen Fragen und Antworten hier im Forum zu verfolgen und für sich persönlich auch Rückschlüsse zu ziehen.
Nun zu meiner Frage an Sie: Ich mache klassische Geschäftsprozessberatung ohne IT-Bezug. Offen gesprochen: Ich fühle mich da inzwischen nicht mehr wirklich wohl und frage mich, ob ich für die Zukunft noch gut aufgestellt bin. Ist es angesichts der fortschreitenden Digitalisierung nicht zwingend notwendig, neben Beratungserfahrung auch IT-Lösungs-Know-how mitzubringen?

Markus Geib

Hallo Herr Müller,
eines ist sicher: den ersten wichtigen Schritt in Richtung Zukunft haben Sie schon gemacht. Die Welt für SAP-Entwickler ist im Umbruch, das haben Sie erkannt und beschäftigen sich ja schon mit den richtigen Optionen für ihre weitere Karriere.
Um ihnen einen ganz spezifischen Rat geben zu können, würde es mir helfen, zu wissen, um welches Modul es sich konkret handelt. Denn, wenn Sie hier eine sinkende Nachfrage feststellen, wäre es in Bezug auf ihre anwendungsfachliche Weiterentwicklung naheliegend, sich in die Komponente zu vertiefen, die ihr angestammtes Modul künftig ablösen wird. Dies ist oft auch die Chance, funktionales Know-how nicht nur zu auf den neuesten Stand zu bringen, sondern sogar zu verbreitern.

Ihre andere Idee, in SAP-Zukunftsthemen wie HANA-Entwicklung Wissen aufzubauen oder sich in Richtung weiterführende Trends wie Machine Learning zu orientieren, kann ich ihnen auch nur empfehlen. Naheliegender auch hinsichtlich der akuten Kundennachfrage dürfte hier sicher das Thema HANA für Sie sein. HANA ist die SAP-Datenbank und -Technologieplattform der Zukunft. Für uns bei cbs ist es auch ein zentrales Thema, unser vor knapp 2 Jahren aufgebautes Geschäftsfeld wächst und gedeiht kräftig.

Letzten Endes sind beide Richtungen gut und sinnvoll. Schauen Sie darauf, wo sie am schnellsten Zugang zu den für Sie passenden Weiterentwicklungs-Chancen finden und nutzen können, und legen Sie los!

Clemens Müller

Hallo Herr Geib,
ich bin SAP-Berater/Entwickler in einem Unternehmen, welches sich auf ein bestimmtes Nischenmodul spezialisiert hat. Meine Projekte sind meist eher technisch gestrickt - allerdings beherrsche ich auch die funktionale Seite dieses Moduls recht gut. Derzeit sind Auftragslage und Tagessätze sehr gut. Allerdings beobachte ich seit einiger Zeit, dass sich die Zahl der Neu-Implementierungen dieses Moduls bei Kunden sowie die wahrnehmbaren Entwicklungs-Investments seitens der SAP deutlich reduzieren. Aus diesem Grund stelle ich mir die Frage, wie ich mir langfristig gute berufliche Perspektiven aufrecht erhalten kann - auch falls die Relevanz dieses Moduls zukünftig (mittelfristig) geringer wird.
Konkret fallen mir hierzu zwei Wege ein: Erstens könnte ich meine Fähigkeiten in speziellen SAP-Technologien, z.B. in der HANA-Entwicklung, stärker betonen und ausbauen. Zweitens könnte ich mich auf (allgemeinere) Trend in Enterprise Applikationen, z.B. im Bereich Machine Learning, konzentrieren und mir die entsprechenden Fähigkeiten aneignen, um diese Themengebiete im SAP-Umfeld umsetzen zu können.
Welchen dieser Wege würden Sie empfehlen? Gibt es weitere Ansätze, um den oben beschriebenen Befürchtungen zu entgegnen?

Markus Geib

Hallo Frau Mattenhorn,

da muss ich rückfragen, was Sie genau für die Zukunft vorhaben. Wollen Sie Ihr Tätigkeitsfeld wechseln oder Ihre Fähigkeiten abrunden? Wollen Sie künftig nicht mehr Technologieprobleme lösen, sondern als Applikationsberaterin mit dem Kunden über Prozessgestaltung sprechen? Oder möchten Sie Ihr Profil stärken, indem Sie sich als Technologin weiterführendes fachliches Know-how aneignen? Diese beiden Optionen gibt es. Beiden ist gemeinsam: Es geht darum, Wissen im Prozess- und Anwendungsumfeld aufzubauen. Das ist sehr sinnvoll - egal, welches Ziel Sie verfolgen. Der Aufbau von Prozesswissen ist in jedem Fall ein Gewinn für Ihre weitere Karriere.

Mein Rat ist folgender: Schauen Sie genau, in welchen Themenfeldern Sie bisher gearbeitet haben. Vielleicht hatten Sie in der Datenmigration einen Schwerpunkt im FI/CO-Umfeld, oder Sie haben in der Anwendungsentwicklung vermehrt Lösungen in der Distributionslogistik realisiert. Wählen Sie den Weg, der Ihnen aufgrund Ihrer Projekthistorie fachlich naheliegt. Bei cbs achten wir übrigens darauf, dass unsere Technologieberater immer auch einen spezifischen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben und sich auch fachlich entsprechend weiterentwickeln.

Elke Mattenhorn

Guten Tag, Herr Geib,

ich bin eine junge SAP-Beraterin und komme von der Technologieseite. Ich habe Projekte im Bereich Datenmigration, SAP-Integration und Anwendungsentwicklung gemacht. Wie schaffe ich den Sprung auf die Prozess-Seite? Wie muss ich mich künftig aufstellen?

Markus Geib

Hallo Herr Bohn,

Danke für Ihre Frage. Sie sprechen mir aus der Seele. In der Tat muss man das Thema weiterdenken. Mit der Digitalisierung ändert sich ja auch die Softwareunterlage für die Produktion und angrenzende logistische Themen. Was sich heute in einem Modul oder zwei Komponenten abbilden lässt, muss im S/4 hinterfragt werden. Es gibt funktionale Verschiebungen und gerade die digitale Planung muss auch konzeptionell völlig neu gedacht werden. Zudem gibt es die Herausforderung, Prozesse über hybride Umgebungen abzubilden.

Ein großer Wandlungsimpuls entsteht ferner durch Industrie 4.0, Big Data sowie die Integration von IoT-Szenarien. Außerdem geht es um Themen wie Lean Production, Lean Management und Supply Chain Control. Fest steht: Prozessberatung muss konzeptioneller neu gedacht werden, wenn man Wertschöpfung generieren will. Wir verstehen Prozessberatung als Herausforderung an uns, digitale Geschäftsprozesse lückenlos end-to-end zu gestalten. Gerade dadurch, dass sich in der Software-Welt aktuell so viel verändert, ist es wichtig, dass man als SAP-Berater von der Prozess-Seite denkt und kommt.

Ein Prozessberater muss sich auch mit der Frage beschäftigen: Wie kann ich neue Prozesse schaffen? Das ist ein hochinteressantes Feld. Da ist Breite unerlässlich, weil das Themenfeld immer breiter wird. Und das macht es besonders spannend. Das Know-how-Profil eines Prozessberaters ist angewiesen auf IT-Wissen und dezidiertes SAP-Wissen, denn das hilft Kundenprobleme zu lösen. Unsere Berater bei cbs verbinden ein ausgeprägtes Verständnis für industriell gelebte Geschäftsprozesse mit konkretem Wissen über deren Implementierbarkeit in real existierenden SAP-Applikationslandschaften.

Helge Bohn

Hallo Markus Geib,
als SAP-Berater bin ich seit mehr als 5 Jahren im Produktionsumfeld unterwegs, habe aber bisher immer sehr stark modulbezogen beraten (PP, PP-DS, APO) und implementiert. Ich vermisse etwas den übergreifenden Blick. Muss Prozessberatung in der Digitalisierung nicht weitergehen, umfassender denken?

cbs Consulting GmbH

Jetzt geht es los! Herzlich willkommen zum Netzwerk-Chat mit Markus Geib zum Thema "Prozessberatung in der Digitalisierung". Markus Geib ist ein ausgewiesener Experte zum Thema SAP, Prozesse und digitale Transformation. Nutzen Sie seine breite Expertise und seine jahrelange Erfahrung im Markt. Wir sind gespannt auf Ihre Fragen.

comments powered by Disqus