Ratgeber Karriere

Tipps für IT- und SAP-Experten

Karriereratgeber 2017 - Frank Rechsteiner, Hype Group

20.04.2017
Vom 20. April bis 3. Mai 2017 betreut Frank Rechsteiner den Online-Karriereratgeber. IT- und SAP-Experten erhalten von ihm Tipps, wie sie einen Arbeitgeber mit der passenden Unternehmenskultur finden. Er macht die Kriterien transparent, die für die richtige Wahl ausschlaggebend sind.

Stellenbesetzungen können nur dann gelingen, wenn neben der fachlichen Eignung der Kandidaten auch gemeinsame Werte, Normen und Einstellungen berücksichtigt werden. Frank Rechsteiner unterstützt IT- und SAP-Spezialisten bei der Beantwortung der Frage, wie der optimale Match gelingen kann.

Frank Rechsteiner beantwortet vom 20. April bis 3. Mai 2017 Ihre Fragen im Karriereratgeber.
Frank Rechsteiner beantwortet vom 20. April bis 3. Mai 2017 Ihre Fragen im Karriereratgeber.
Foto: Frank Rechsteiner

Frank Rechsteiner ist Inhaber der Hype Group, die auf Executive-, Recruiting- und Strategieberatung für IT-Anbieter spezialisiert ist. Zuvor hatte er Führungspositionen bei internationalen IT-Unternehmen inne. Mit regelmäßigen Studien ermittelt er Trends im IT- Arbeits- und -Bewerbermarkt und schreibt als Autor für den Springer Gabler-Verlag, wo unter anderem sein Fachbuch "Erfolgreiches IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel" erschienen ist.

Stellen Sie Ihre Fragen an Frank Rechsteiner einfach unterhalb dieses Beitrags über unsere Disqus-Kommentarfunktion. Sie werden dann zeitnah beantwortet. (hk)

 

Frank Rechsteiner

Sie haben Recht, Klarheit und Vergleichbarkeit bei Cultural Fit lassen sich am besten durch den Einsatz standardisierter Test- und Messverfahren erreichen. Auf dem deutschen Markt werden bereits einige Werkzeuge zur Cultural-Fit-Messung angeboten. Unternehmen können diese Online-Fragebögen in ihre Karriere-Webseiten einbinden, um herauszufinden, ob ein Kandidat die eigenen Einstellungen und Präferenzen teilt. Bewerber wiederum erhalten Transparenz über ihre Werte und Normen und können testen, wie gut sie zur Arbeitgeber-DNA passen. Zudem bringen einige Cultural-Fit-Lösungen die Kandidaten automatisch mit geeigneten Arbeitgebern in Kontakt. Sie sollten also bei Ihren künftigen Bewerbungen darauf achten, dass Arbeitgeber innovative Cultural-Fit-Werkzeuge nutzt. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit umso höher, dass es Sie auch kulturell zueinander passen.

Lukas Gmeinwieser

Ich habe in den vergangenen Jahren verschiedene
Stellen als Presales Consultant in der IT-Branche innegehabt. Bei den
Recruitingprozessen bin ich immer wieder erstaunt, dass die meisten Arbeitgeber
noch im Rahmen klassischer Bewerbungsgespräche und CV-Analysen herauszufinden
versuchen, ob ein Bewerber auch kulturell zu ihnen passt. Gibt es da nicht
schon innovativere Methoden?

Frank Rechsteiner

Danke für diese tolle Frage! Meine Berufspraxis zeigt: Je klarer Sie Ihre Bedürfnisse und Vorstellungen in Hinblick auf die Unternehmenskultur kommunizieren, umso größer sind die Chancen für Cultural Fit. Denn nur so ist es einem Arbeitgeber möglich, fundiert zu entscheiden, ob er Ihre Forderungen erfüllen kann oder nicht. Probleme in den ersten Wochen entstehen oft dadurch, dass ein Arbeitnehmer bestimmte Erwartungen an den Arbeitgeber hat, die sich nicht erfüllen lassen, weil dieser gar nichts davon weiß. Da ist es doch besser, von Anfang an die Karten offen auf den Tisch zu legen!

Manuel Sommer

Sie sprechen über Fragen der kulturellen
Bewerberpassung. IT-Arbeitnehmer sollen sich Ihrer Ansicht nach über ihre
Werte und Einstellungen klar werden, um gezielt ein passendes Unternehmen
auswählen zu können. Aber habe ich überhaupt eine Chance am Arbeitsmarkt, wenn
ich dezidiert sage, was ich von einem Arbeitgeber erwarte? Ich arbeite seit 15
Jahren in der SAP-Basisadministration.

Frank Rechsteiner

Auch in Ihrem Fall bin ich der Ansicht, dass Sie Ihre Vorliebe für später beginnende Arbeitszeiten sofort im Bewerbungsprozess ansprechen und sogar schon ins Bewerbungsschreiben aufnehmen sollten. Dann hat die Firma die Möglichkeit, dies zu akzeptieren oder abzulehnen. Jetzt werden Sie vielleicht denken, dass Sie das besser nicht tun sollten, um keine Absage zu erhalten. Ich kann Ihnen aus Erfahrung nur raten, froh zu sein, wenn sie aus diesen Gründen den Job nicht bekommen sollten. Denn Sie würden sich bei einem neuen Arbeitgeber, der auf früheren Arbeitszeiten besteht, genauso wenig wohlfühlen wie bei Ihrem jetzigen. Der ursprüngliche Wechselgrund würde innerhalb weniger Wochen wieder zu einem großen Problem. Versuchen Sie also nicht, Dinge passend zu machen, die nicht zueinander passen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es Arbeitgeber gibt, die mit Ihren Anforderungen einverstanden sind, solange Sie Ihre Arbeit ordentlich und fristgerecht erledigen.

Lukas Gmeinwieser

Mir geht es bei meinem derzeitigen Job als Entwickler ähnlich. Zwar gibt es bei uns gute Kundenprojekte, jedoch habe ich das Gefühl, dass mein Arbeitgeber und ich nicht harmonieren. Da gibt es unter anderem große Differenzen, was die Arbeitszeitgestaltung betrifft. Ich selbst fange gerne später am Tag an zu arbeiten, weil ich einfach kein Morgenmensch bin. Als Entwickler sollte dies eigentlich kein Thema sein – jedoch hat mein Vorgesetzter dazu eine andere Meinung.

Frank Rechsteiner

Herzlichen Dank für Ihre Frage und Ihr Vertrauen. Meiner Meinung nach sollten Sie sich zwei Fragen beantworten, bevor Sie sich zu bewerben beginnen. Zunächst: Worauf lege ich in meinem neuen Job besonderen Wert und möchte keine Abstriche machen? Ein Beispiel: Es Ihnen wichtig ist, schnell Karriere zu machen. Sie wollen in drei Jahren Teamleiter und in weiteren drei Jahren Geschäftsbereichsleiter sein und danach entscheiden, wie es weitergeht. Sie sollten bei der Wahl Ihres neuen Arbeitgebers unbedingt darauf achten, dass dieser ein Up-or-Out-Karrieremodell anbietet, bei dem jeder Mitarbeiter das Unternehmen verlassen muss, wenn er nicht in bestimmten Zeitabschnitten die nächste Hierarchiestufe erklimmt.

Danach sollten Sie sich gründlich über den Umgang informieren, den ein Unternehmen mit den Mitarbeitern pflegt. Dabei sollten Sie sich nicht auf Marketing-Botschaften verlassen, wie sie auf den Karriere-Webseiten oder in Unternehmensbroschüren zu finden sind. Besser ist es beispielsweise, sich über die Bewertungsplattform kununu zu informieren. Denn aus den Stellungnahmen von Mitarbeitern lässt sich schon einiges ableiten. Auch empfiehlt es sich, direkt mit den Mitarbeitern Kontakt aufzunehmen, um sie zu befragen, zum Beispiel über Social-Media-Plattformen. Zudem sollten Sie sich nicht scheuen, die HR-Abteilung zu bitten, dass sie für Sie den Kontakt zu ausgewählten Mitarbeitern herstellt, die Sie nach ihrer Einschätzung zur Unternehmenskultur befragen können – ob vor oder nach einer möglichen Bewerbung. Das hört sich jetzt eventuell frech an. Da es jedoch um Ihre berufliche Zukunft geht, würde ich in diesem Punkt keine Abstriche machen.

Peter Schuller

Ich bin SAP-Projektleiter und ich möchte gerne eine neue Herausforderung annehmen, da ich mich aktuell bei meinem Arbeitgeber unwohl fühle. Ich habe das Gefühlt, dass wir einfach nicht zusammenpassen. Worauf muss ich achten, dass mir das nicht nochmal passiert?

Frank Rechsteiner

Stellenbesetzungen können nur dann gelingen, wenn neben der fachlichen
Eignung der Kandidaten auch gemeinsame Werte, Normen und Einstellungen
berücksichtigt werden.

Kennen
Sie das Gefühl, dass Sie und Ihr Arbeitgeber nicht zusammen passen bzw.
Ihre Kultur mit der Unternehmens- bzw. Teamkultur einfach nicht
passen?

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