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Kamera zum Verschlucken

07.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der südkoreanische Halbleiterhersteller Magnachip Semiconductor hat einen neuen Bildsensor für pillengroße Kameras entwickelt, die Medizinern zuverlässige Informationen über den Zustand des Verdauungstrakts ihrer Patienten liefern. Wie das Unternehmen mitteilte, kann der Sensor in seiner achtstündigen Reise durch die menschlichen Eingeweide bis zu 50.000 Fotos aufnehmen. Geknipst werden zwei Bilder pro Sekunde.

Das israelische Unternehmen Given Imaging Ltd. hat bereits im Jahr 2002 eine wegwerfbare Videokapsel vorgestellt. Die Idee dahinter ist, mit einer winzigen verschluckbaren Kamera genauere Bilder zu erhalten als über die herkömmliche Darmspiegelung und beispielsweise Krebserkrankungen in deutlich früherem Stadium aufzuspüren.

Magnachips Sensor ist speziell für Aufnahmen in Umgebungen mit wenig Licht konzipiert, wie es etwa die Dünndarmanalyse erfordert. Die Massenproduktion des in gängigen Silizium-Prozessen gefertigten Chips ist für die zweite Jahreshälfte geplant. (kf)