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Kagermann: EAI ist für Anwender zu kostspielig

18.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Unsicherheit, Anpassungsfähigkeit, Innovation und Effizienz waren einige der Schlüsselwörter, die SAP -Vorstandssprecher Henning Kagermann in seiner Keynote auf der Hausmesse Sapphire in Orlando benutzte. Da die gegenwärtige konjunkturelle Unsicherheit weiter anhalten werde, so Kagermann, liege nun die Herausforderung darin, anpassungsfähige Unternehmen aufzubauen. Der Weg dahin führe über innovative Anwendungen, die die Effizienz steigern und damit auch die Kosten senken.

Im Zusammenhang mit einer anderen Unsicherheit, nämlich der von Oracle, Peoplesoft und J.D. Edwards angestoßene Konsolidierungswelle im Markt für Standardsoftware, erklärte der Topmanager lediglich, für Unternehmen auf der Suche nach innovativer Technologie sei SAP ein sicherer Hafen.

Der SAP-Frontmann schloss zudem eigene Akquisitionen von Konkurrenten aus: "Wir planen nicht uns Marktanteile hinzuzukaufen". Der Walldorfer Softwarekonzern versucht stattdessen, Peoplesoft- und JDE-Kunden in den USA im Rahmen einer Marketing-Kampagne zum Umstieg auf SAPs Unternehmenssoftware zu bewegen (Computerwoche online berichtete).

Wachstumschancen im stagnierenden Markt sehe sein Unternehmen zudem darin, so Kagermann, dass bestehende Kunden einen größeren Teil ihres IT-Budgets bei SAP lassen. Der gegenwärtige Anteil von zehn bis 20 Prozent sei zu niedrig, befand der Vorstandssprecher. Um den Bedarf der SAP-Nutzer zu steigern, plant die Walldorfer Softwareschmiede, neue branchenspezifische Features für ihre "SAP Business Suite" einzuführen. In diesem Zusammenhang erwähnte Kagermann auch die Composite Applications, die Informationen aus verschiedenen Anwendungen kumulieren und gesammelt zugänglich machen, sowie die "xApps", die von Drittanbietern entwickelt werden können. Verwaltet werden die unterschiedlichen Anwendungen auf der neuen Integrationsplattform "Netweaver".

"Wenn Anwender ausschließlich SAP-Applikationen verwenden, sollten sie Netweaver einsetzen, alles andere mache keinen Sinn und sei zu teuer, so Kagermann. Nutzen sie neben SAP- auch Software anderer Hersteller, könnten sie aber auch einen anderen Infrastrukturanbieter wählen. Ziel von SAP sei es nicht, IBM oder gar Microsoft mit Netweaver das Revier streitig zu machen, fügte er hinzu. Es sei jedoch doppelt so teuer, ein ERP-System auf Produkten verschiedener Hersteller aufzubauen: Erst zahlen die Kunden, um die Software zu implementieren und danach, um sie zu konsolidieren, erklärte der SAP-Chef. Darum habe SAP nun eine eigene Plattform im Programm. (mb)