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Jxta: Sun kündigt P2P-Strategie an

16.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems hat gestern seine P2P-Strategie (Peer-to-Peer) "Jxta" - gesprochen "juxta" - vorgestellt. Chief Scientist Bill Joy präsentierte das Konzept gestern auf eine Peer-to-Peer-Konferenz des O´Reilly-Verlags in San Franzisko. Jxta soll Standards definieren, wie sich Geräte in einem P2P-Netz identifizieren und einordnen. Es enthält ferner Sicherheitsmechanismen, die sicher stellen sollen, dass verteilte Anwendungen nicht dem Gerät schaden, auf dem sie ablaufen. Projektleiter Mike Clary erklärte darüber hinaus, die Software werde so genannte Pipelines für die Verteilung von Aufgaben innerhalb eines Netzes etablieren und Mechanismen für die Überwachung und Kontrolle einzelner Tasks bereitstellen.

Jxta passt laut Joy bestens zum kürzlich vorgestellten ONE (Computerwoche online berichtete). Es werde wahrscheinlich als einer der einfacheren Bausteine in die größer angelegte Initiative integriert, so Suns Mastermind. "Wir machen daraus aber keine unendlich komplizierte Angelegenheit wie .NET", hämte Joy.

Von Microsofts Software-als-Service-Konzept soll sich Jxta in zwei zentralen Punkten unterscheiden: Zum einen ist es nicht auf die Windows-Plattform beschränkt, sondern soll alle möglichen vernetzten Geräte integrieren. Außerdem setzt Sun bei der Entwicklung auf das Open-Source-Prinzip. Jxta soll als quelloffene Software auf der Entwickler-Site Collab.net veröffentlicht werden. "Wir wollen hier kein Standardisierunsgremium und keine Lizenzen wie bei Java. Wir müssen nicht einmal Zentrum der weiteren Entwicklung sein", versuchte Joy Bedenken zu zerstreuen, Sun wolle Jxta kontrollieren. Ein erstes Release der Software stellte er für April in Aussicht.