Arbeitgeber-Benefits nach Corona

Jobrad statt Dienstwagen

29.07.2021
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Das auch noch: Nach Corona stellen vor allem junge Bewerber neue Anforderungen an Arbeitgeber, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Vor allem jüngere Bewerber haben genaue Vorstellungen, welche Benefits sie von Arbeitgebern erwarten - ganz vorne auf der Wunschliste steht das Dienstrad.
Vor allem jüngere Bewerber haben genaue Vorstellungen, welche Benefits sie von Arbeitgebern erwarten - ganz vorne auf der Wunschliste steht das Dienstrad.
Foto: LightField Studios - shutterstock.com

Jobsuchende haben während der Corona-Zeit ihre Ansprüche an Arbeitgeber verändert. Demnach erwarten 39 Prozent der Jobsuchenden, dass Arbeitgeber künftig ihr Hygienekonzept in Stellenanzeigen thematisieren. Auch Kurzarbeitsregelungen stehen dort hoch im Kurs. Mehr als die Hälfte aller Studienteilnehmer erwarten dazu konkrete Angaben, wenn sie sich nach einem neuen Arbeitgeber umschauen - bei jungen Bewerbern liegt dieser Anteil gar bei 62 Prozent. Das sind Ergebnisse des Marktforschungsunternehmens rispondi im Auftrag der Königsteiner Gruppe.

Ein Quotenhit für Stellenanzeigen sind nach den Erfahrungen aus der Pandemie indes Einzelheiten zu Home-Office-Regelungen. Diese erwarten mittlerweile 74 Prozent aller Kandidat und acht von zehn der jungen Bewerber zwischen 20 und 29 Jahren. Darüber hinaus wollen weitere 61 Prozent mehr darüber erfahren, welche Unterstützung der jeweilige Arbeitgeber bei der Ausstattung des Home-Office leistet.

Gesundheitsmanagement wird nach Corona wichtiger

Neben den Einflüssen der Pandemie wirkt sich auch die Debatte um die Klimakrise auf den Anforderungskatalog von Jobsuchenden aus. So wünschen sich mittlerweile 40 Prozent der jungen Kandidaten in Stellenanzeigen mehr Infos zu Job-Bikes, also arbeitgeberseitigen Angeboten zum Leasen von Firmen-Fahrrädern. An die Attraktivität von Firmenwagen reicht dieser Wert zwar noch nicht heran, ist aber auch nicht mehr weit entfernt davon. Denn Unternehmensangaben zum Firmenwagen sind aktuell für 47 Prozent aller Bewerber interessant.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die vergangenen 15 Monate hatten großen Einfluss auf die Attraktivitätsmerkmale von Arbeitgebern. Zwar stehen Themen wie Gehalt, Arbeitszeiten oder Überstundenregelungen nach wie vor oben auf der Prioritätenliste. Aber Pandemie-Themen wie Resilienz und Gesundheits- oder Krisenmanagement gehören mittlerweile eben auch in eine Stellenanzeige", kommentiert Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe die Ergebnisse der Studie. Darauf sollten sich Arbeitgeber künftig genauso einstellen wie auf die Vermittlung einer klaren Sinnperspektive.

Bevor sich Bewerber nach der Sichtung einer Stellenanzeige für einen Job entscheiden, müssen sie die darin genannten Benefits erst einmal überzeugen. Werden zum Beispiel fünf Arbeitgeberleistungen aufgezählt, bewirbt sich gut die Hälfte der Jobsuchenden (48 Prozent) erst dann, wenn sie drei davon überzeugen. Weitere 29 Prozent ziehen gar erst nach vier Benefits eine Bewerbung in Betracht. Am liebsten haken sie die einzelnen Leistungen ab. Hintergrund: Acht von zehn wünschen sich diese als Stichpunkte in Stellenanzeigen, nur jede/r Fünfte bevorzugt einen Fließtext.

Über die Studie

Im Auftrag der Königsteiner Gruppe befragte das Kölner Marktforschungsunternehmen respondi bundesweit 1.059 Berufstätige in allen Altersstufen, die sich in den letzten zwölf Monaten in einem Bewerbungsverfahren befanden. Dabei wurden je zur Hälfte Akademiker und Nicht-Akademiker befragt. Der Befragungszeitraum lag im April 2021.