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Java-Verfügung gegen Microsoft vorerst ausgesetzt

04.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein amerikanisches Berufungsgericht hat die im Januar von Bezirksrichter Frederick Motz gegen Microsoft verhängte einstweilige Verfügung ausgesetzt, gemäß derer der Redmonder Softwarekonzern binnen 120 Tagen sein Betriebssystem Windows XP via Service Pack mit dem Original-Java von Sun Microsystems ausstatten sollte (Computerwoche online berichtete). Die Vertagung gilt bis Ende März; dann will der Court of Appeals for the Fourth Circuit Microsofts Berufungsgesuch hören.

Unmittelbar zuvor hatte Microsoft sein bisheriges Service Pack 1 für Windows XP durch eine neue Version 1a ersetzt, die nicht mehr die von Sun angefeindete virtuelle Maschine von Microsoft enthält. Damit entsprach der Konzern den Auflagen von Motz - mit der ironischen Folge, dass Windows XP nun eine Weile gänzlich ohne Java zur Auslieferung kommt.

Kommentar: So langsam nervt das juristische Gezerre um Java oder nicht im Desktop-Windows. Irgendwie ist Sun sowieso selbst Schuld daran, denn schließlich hat es vor Jahren Microsoft in einem früheren Prozess von der aktuellen Entwicklung ausgeschlossen. Außerdem kann sich jedermann unter java.sun.com/getjava die aktuelle JRE auf seinen XP-Rechner herunterladen - wer einen alternativen Browser oder Mail-Client nutzen möchte, saugt den ja auch ohne Murren aus dem Netz. Und mal ehrlich: Java auf dem Desktop braucht privat sowieso kaum jemand - höchstens für veraltete Homebanking-Seiten. (tc)