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Jahr 2000: Über 200 US-Dotcoms pleite

04.01.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im vergangenen Jahr gaben allein in den USA 210 Online-Unternehmen ihr Geschäft auf. Dabei fanden 60 Prozent der Schließungen im vierten Quartal statt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Webmergers.com, einem Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Internet-Firmen. Über die Hälfte der gescheiterten Dotcoms stammten aus dem Bereich E-Commerce und 30 Prozent aus dem Sektor Content-Provider. Allein die 40 im Dezember verschiedenen Online-Firmen nahmen 1,5 Milliarden Dollar an Risikokapital mit ins Grab. Webmergers.com schätzt, dass im Jahr 2000 rund 15.000 Personen aufgrund der Dotcom-Pleiten ihren Job verloren.

In einer zweiten Studie untersuchten die Auguren die Fusionen und Akquisitionen im US-Internet-Sektor. Im vergangenen Jahr wurden bei rund 910 Deals, in denen Online-Firmen oder deren Besitztümer zum Verkauf standen, 87 Milliarden Dollar ausgegeben. 1999 investierten die Käufer nur 48 Milliarden Dollar. Außer Acht ließ Webmergers.com allerdings die Megafusion von AOL und Time Warner, da sonst ein verzerrtes Bild entstanden wäre. Das Kaufinteresse ließ im Laufe des vergangenen Jahres deutlich nach: Die Käufer gaben in den ersten drei Monaten 60 Prozent der 87 Milliarden Dollar aus, im letzten Quartal waren es nur noch sechs Prozent. Der Wert der Transaktionen gab damit zum Jahresende um 90 Prozent nach. Die Zahl der Akquisitionen nahm jedoch lediglich um 15 Prozent ab.