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Jahr-2000-Studie gibt Bundesregierung kontra

23.04.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die deutsche Wirtschaft ist nach Ansicht des Bonner Systemhauses Orbit GmbH weit schlechter auf Computerausfälle beim Jahrtausendwechsel vorbereitet, als die Bundesregierung behauptet. Mehr als die Hälfte aller Firmen benötige dringend Hilfe bei der Überprüfung und Umstellung der Datenverarbeitung. Dies hat eine bundesweite Umfrage bei rund 500 Unternehmen ergeben. "Die Antworten der Firmen stehen in krassem Gegensatz zum Schönwetterbericht der Bundesregierung", faßt Christoph Jäger von Orbit zusammen: "Allerdings haben wir auch nicht das Top-Management gefragt, sondern die DV-Leiter, die die Probleme in ihrem Arbeitsbereich realistisch einschätzen können."

Erfahrungen hätten gezeigt, daß rund 50 Prozent aller betriebswichtigen Computersysteme bei genauerem Hinsehen definitiv nicht Jahr 2000-fähig seien. Jäger bezweifelt daneben auch Aussagen im Fortschrittsbericht der Bundesregierung, wonach die Versorgungswirtschaft, von den Stromerzeugern bis zu den Betreibern von Atomkraftwerken, besonders gut auf das Jahr 2000 vorbereitet seien. Gerade weil die dort eingesetzten Steuerungssysteme in weiten Teilen mit festverdrahteten Schaltelementen arbeiten, könnten sie vorab nicht getestet werden.