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J.D. Edwards muss 1,8 Millionen Dollar Schadensersatz leisten

19.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein US-amerikanisches Schiedsgericht hat den mittlerweile von Peoplesoft übernommenen Enterprise-Ressource-Planning- (ERP-)Anbieter J.D. Edwards dazu verurteilt, 1,8 Millionen Dollar Schadensersatz an einen enttäuschten Kunden zu zahlen. Die Richter in New Orleans entschieden zugunsten der Firma Evans Industries Inc., die wegen einer fehlgeschlagenen Softwareeinführung gegen den Hersteller geklagt hatte. 1999 plante der Automobilzulieferer die Einführung der One World Enterprise Suite von J.D. Edwards. Das ERP-System, das zusammen mit IBM auf Rechnern von Digital Equipment Corp. (DEC) – heute Hewlett-Packard (HP) – installiert wurde, ging im September 1999 produktiv. Doch schon ein Jahr später versagte die Installation ihren Dienst. Die

Verantwortlichen von Evans Industries reichten daraufhin Klage wegen Vertragsbruch, Betrug und Fahrlässigkeit beim Bezirksgericht in New Orleans ein. Begründung: Das System sei defekt und funktioniere nicht so, wie es der Anbieter versprochen habe. J.D. Edwards sei damit seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Versuche, den Schaden durch Installation der Nachfolger-Releases zu beheben, seien ebenfalls fehlgeschlagen. John Landis, Anwalt bei Stone Pigman Walther Wittman LLC und Vertreter des J.D.-Edwards-Kunden, bestätigte das Urteil und die Höhe der Schadensersatzleistung. Welche Folgen die gescheiterte Softwareeinführung für IBM haben wird, ist derzeit nicht abzusehen. Das Verfahren Evans gegen IBM läuft zurzeit noch vor einem Gericht in New Orleans. (ba)