Innovative Security-Lösung

IT-Sicherheit „Made in Germany“

29.06.2020
Anzeige  Wer über den Schutz digitaler Netzwerke und Computersicherheit spricht, hat dabei selten deutsche Entwicklungen im Sinn. Der Unternehmer Frank Mann will das ändern: In seinem IT-Systemhaus link protect GmbH entwickelt er innovative IT-Sicherheitslösungen. Mit einem neuen Service hebt er den Schutz seiner Kunden auf ein neues Level – mit Unterstützung der KfW.
Ein effektiver Schutz von Netzwerken, Applikationen und Endgeräten wie Smartphones und Computern ist im digitalen Zeitalter unverzichtbar.
Ein effektiver Schutz von Netzwerken, Applikationen und Endgeräten wie Smartphones und Computern ist im digitalen Zeitalter unverzichtbar.
Foto: KfW Bankengruppe

Auszeit oder Neustart? Kurz spielt Frank Mann mit dem Gedanken, nach fünf Jahren harter Arbeit erst einmal mit seiner Frau zu verreisen und die Welt zu entdecken. Doch statt die Koffer zu packen, entschied sich das Paar dafür, in Oberbayern zu bleiben und das Unternehmen link protect GmbH zu gründen.

Ursprünglich stammt der Unternehmer aus Leipzig. Nach seiner Ausbildung zum Industrieelektroniker wechselt er in die IT-Branche. Der Quereinsteiger entwickelt ein gutes Gespür dafür, welche Technologien Unternehmen benötigen - und er weiß, wie diese sicher betrieben werden. Gerade kleinere Firmen haben häufig keine Möglichkeit, eine komplexe IT-Security-Landschaft aufzubauen und diese zu betreuen.

Frank Mann, Gründer und CEO von link protect.
Frank Mann, Gründer und CEO von link protect.
Foto: link protect

Langfristige Zusammenarbeit statt kurzfristigem Erfolg

Eine ausgewogene IT-Security umfasst in erster Linie den Schutz vor Eindringlingen in die Systemlandschaft. link protect gewährleistet dies beispielsweise durch Firewalls oder spezielle Authentifizierungsverfahren. Mit sogenannten Penetrationstests prüfen Fachleute des Unternehmens, ob die Netzwerke und IT-Systeme der Kunden vor Angriffen sicher sind. Darüber hinaus schult das Unternehmen die Mitarbeiter der Kunden. Diese sollen ein Verständnis dafür bekommen, was passieren kann und wo Gefahren lauern.

Inzwischen hat sich link protect auf dem Markt etabliert. Ein Schwerpunkt sind öffentliche Kunden wie Universitäten, Gemeinden oder Landratsämter. Rund 30 Mitarbeiter sind im Systemhaus beschäftigt, einige davon seit mehr als zehn Jahren. Es herrscht ein familiäres Verhältnis in der Belegschaft. Das zeigt sich auch bei den Kunden: Obwohl das Unternehmen bundesweit agiert, stammen etwa 80 Prozent der Kunden aus der Region.

"Geschäfte werden von Menschen gemacht", sagt Frank Mann. "Deshalb muss man auch mal vor Ort sein, den Kunden sehen und ihm die Hand schütteln." Wo internationale Anbieter ähnlicher Sicherheitslösungen eher anonym agieren, spricht link protect die Sprache seiner Kunden. Ihm sind Vertrauen und langfristige Zusammenarbeit wichtiger als ein kurzfristiger wirtschaftlicher Erfolg.

"Geschäfte werden von Menschen gemacht“, sagt Frank Mann. Gemäß dieses Kredos herrscht auch im Unternehmen ein eher familiäres Verhältnis.
"Geschäfte werden von Menschen gemacht“, sagt Frank Mann. Gemäß dieses Kredos herrscht auch im Unternehmen ein eher familiäres Verhältnis.
Foto: link protect

Vorteile - aber auch neue Herausforderungen

Die enge Zusammenarbeit bringt den Kunden viele Vorteile. Sie haben dadurch beispielsweise die Möglichkeit, flexibler auf neue Anforderungen wie das Arbeiten aus dem Home-Office zu reagieren. Doch solche Arbeitsformen können dazu führen, dass auf einmal ganz neue Themen im Vordergrund stehen: Anmeldeverfahren und Zugriffsrechte auf Dokumente oder Anwendungen, aber auch Virenschutz und die Abwehr von Hacker-Angriffen.

Für Unternehmen ist das eine Herausforderung, die mit hohen Investitionen in die IT-Landschaft einhergehen kann. Die Betriebe müssen selbst analysieren, was in ihrem Netzwerk passiert. Um mögliche Angriffe zu erkennen, werden beispielsweise Logfiles genutzt, die jedes technische Gerät produziert. Diese lassen sich mit einer Stempelkarte vergleichen, die alle Versuche notiert, ins System zu gelangen.

Die Logfiles werden gesammelt, ausgewertet und miteinander abgeglichen. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit - für viele Unternehmen ein Ding der Unmöglichkeit, denn Fachkräfte sind kaum verfügbar. "Je nach Firmengröße braucht man mindestens eine Person, die sich nur damit beschäftigt, das Netzwerk zu überwachen und zu monitoren", so der Firmenchef.

link protect mit eigener Lösung

Hier setzt die Neuentwicklung von link protect an. Mithilfe des neuen Service "Guardian" können die Mitarbeiter des Unternehmens wesentliche Aufgaben der Kunden-IT übernehmen. Das System besteht aus mehreren Komponenten. Eine Software sammelt Logfiles und bewertet diese automatisch. Aus rund 100.000 Events pro Tag müssen die kritischen herausgefiltert werden. Ein Mensch kann das nicht leisten. Daher unterstützt eine künstliche Intelligenz (KI) bei der Auswertung der Log-Dateien. Bei Auffälligkeiten wie einem ungewöhnlich hohen Traffic löst die KI einen Alarm aus, damit ein Mitarbeiter die Situation genauer analysieren kann.

Ein weiterer Baustein ist ein Scanner, der das System im Hintergrund automatisch auf Schwachstellen prüft. Der dritte Baustein fragt regelmäßig ab, ob durch Hacks Passwörter gestohlen wurden, und informiert die betroffenen Unternehmen. Das vierte Element ist die Sicherheitsberatung. link protect tauscht sich regelmäßig mit Unternehmenskunden aus, um den Schutz weiter auszubauen. Guardian ist kein einzelnes Produkt, es ist vielmehr ein Service. "Wenn wir feststellen, dass weitere Bausteine dazukommen müssen, dann wird das System zeitnah ergänzt", betont der CEO.

Vorteil: Nähe zum Kunden

Ein Konzept, das überzeugt: Obwohl sich die ganzheitliche Sicherheitslösung noch in der Testphase befindet, sind die ersten Kunden bereits an Bord. Mit ihren Daten helfen sie dabei, die KI-Komponenten des Systems zu schulen und weiter zu verbessern. Diese intensive Zusammenarbeit in der Entwicklungsphase zeigt das gegenseitige Vertrauen.

Und gerade darin sieht Frank Mann seinen Standortortvorteil: Der Service wird in Bayern entwickelt und ist speziell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten. Im Gegensatz zu Wettbewerbern aus den USA kann link protect den Kunden vor Ort zeigen, in welchem Rechenzentrum die Services bereitgestellt werden und wer die Mitarbeiter sind. "Es kann sein, dass ein Wettbewerber aufgrund seiner Größe einen Service günstiger anbietet. Aber er wird nicht so umfassend beraten können wie wir", so Frank Mann.

Förderung der Innovation

Eine eigene Entwicklung in der Größenordnung von Guardian allein zu stemmen ist selbst für ein etabliertes Unternehmen wie die link protect GmbH nicht ohne Weiteres möglich: Es fallen Kosten für die Hard- und Software an, zudem Aufwendungen für die Mitarbeiter, die exklusiv mit der Entwicklung der Komponenten beschäftigt sind. Auch die Erstellung von Marketingmaterialien und Anleitungen ist nicht zu unterschätzen. Im Fall von Guardian beansprucht diese rund 20 Prozent des veranschlagten Entwicklungsbudgets von insgesamt 250.000 Euro.

Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und die KfW ermöglichten die Finanzierung des Vorhabens.
Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und die KfW ermöglichten die Finanzierung des Vorhabens.
Foto: Publishing Group GmbH

Bei seiner Hausbank, der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, erfuhr Frank Mann, dass sich sein Projekt für einen Innovations-Förderkredit der KfW eignet. "Wir haben Frank Mann und seine Firma link protect GmbH gerne bei diesem Wachstumsschritt unterstützt. Nach Antragstellung kam auch prompt die Zusage für ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro", berichtet sein Firmenkundenberater René Wutke. Den Rest bestreitet link protect aus eigenen Mitteln.

Nach der Betaphase ist es im Herbst 2020 soweit, dann unterstützt Guardian dabei, die Systemlandschaft vieler deutscher Unternehmen zu verbessern und sicherer zu machen.