IT-Koordinator: Zwischen Fachabteilung und IT

01.08.2005
Von Hiltrud Osterried
Sie kennen sich im ganzen Unternehmen aus, bringen Leute zusammen, organisieren und vermitteln: IT-Koordinatoren benötigen für ihre Aufgaben neben fundiertem Fachwissen viel Kommunikationsgeschick.

Hier lesen Sie ...

  • wie IT-Koordinatoren daran arbeiten, dass Anwender und IT-Abteilung nicht immer aneinander vorbeireden;

  • gegen welche Widerstände sie zu kämpfen haben;

  • welche beruflichen Erfahrungen sie mitbringen sollten;

  • weshalb IT-Koordinatoren immer gefragter sind.

IT-Koordinator, Key User, IT-Beauftragter, Fachkoordinator oder Business-Analyst: Das Berufsbild hat viele Namen, die aber nicht unbedingt selbsterklärend sind. "Wenn ich erzähle, dass ich als IT-Koordinatorin arbeite, weiß kaum einer, was damit gemeint ist", erklärt die IT-Koordinatorin eines mittelständischen Maschinenherstellers. "Ich beschreibe meine Tätigkeit immer als Dolmetscherfunktion zwischen Fach- und der zugehörigen IT-Abteilung. Als IT-Koordinator sorge ich dafür, dass die Anwender die richtigen IT-Werkzeuge bekommen."

Rudolf Jellinek, KfW: "Der Kandidat muss unbedingt bankenspezifisches Wissen mitbringen."

Für den Beruf des IT-Koordinators gibt es keine gängige Definition. Ein Blick in Stellenausschreibungen zeigt die Bandbreite der geforderten Arbeitsgebiete und Anforderungsprofile. Die Infoscore Management- und Beteiligungs GmbH aus Baden-Baden definiert den IT-Koordinator als zentrale Schnittstelle zwischen Fachbereich und IT. Er soll in enger Zusammenarbeit mit der Anwendungsentwicklung komplexe Abläufe für die Fachbereiche gestalten und diese in IT-Lösungen umsetzen. Wie umfangreich die Tätigkeitsfelder sind, zeigt das Beispiel der KfW-Bankgruppe. Hier soll der IT-Koordinator die fachlichen Anforderungen an neue und weiter auszubauende DV-Anwendungen analysieren, Datenmodelle entwickeln sowie bei Konzeption und Ausführung von Tests mitwirken.

"Der Kandidat muss unbedingt bankspezifisches Wissen mitbringen, um Anwenderbedürfnisse analysieren zu können. Zudem sind IT-Kenntnisse erforderlich, damit er die Anforderungen in ein IT-Fachkonzept umsetzen kann. Man wird sehr schnell IT-Spezialist, IT-Koordinatoren hingegen sind breiter aufgestellt", beschreibt Rudolf Jellinek, Personalbetreuer bei der KfW-Bankengruppe, seine Erwartungen. In Frage kommen vor allem Wirtschaftsinformatiker- oder -ingenieure mit Banken-Know-how oder Diplomkaufleute mit IT-Wissen. "Keine Chance haben in diesem Fall reine IT-Spezialisten oder Hochschulabsolventen ohne Berufserfahrung."

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