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IT-Industrie: Frauen verzweifelt gesucht

03.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Über 90 Prozent aller Netzwerkingenieure in Westeuropa sind männlich. Die Zahl der Frauen in diesem Sektor wird sich bis 2004 zwar auf zirka 94.000 verdoppeln, allerdings wird der Gesamtanteil weiter unter zehn Prozent liegen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IDC, die im Auftrag von Cisco Systems vorgenommen wurde.

Im Jahr 2004 werden den Auguren zufolge in Europa rund 500.000 Stellen in der Netzwerkbranche unbesetzt sein. "Die Zahl der männlichen Netzwerkingenieure wird sich bis 2004 knapp verdoppeln. Das sind gute Nachrichten, aber es sind nicht annähernd genug Fachleute, um die Lücke zu füllen", erklärte Mike Couzens, ein Sprecher von Cisco Emea (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). Der prophezeite Zuwachs unter den Ingenieurinnen sei zwar positiv, zeige aber, dass noch weitere Maßnahmen notwendig seien, um Frauen für die Netzwerkbranche zu gewinnen.

Die Gründe, warum diese Berufssparte den meisten Frauen unattraktiv erscheint, sind nicht neu: Nach wie vor empfinden viele das Gebiet als "zu technisch". Zudem fehle es in Europa an überzeugenden Vorbildern, die eine Karriere im IT- und Netzwerkbereich unter Frauen populärer machen könnten. Von den in der Studie untersuchten 13 Ländern habe Frankreich noch die besten Aussichten: Bis 2004 soll es mit über zwölf Prozent die höchste Frauenquote in der Netzwerkindustrie aufweisen.

Den Autoren der Studie zufolge müssten die Regierungen und Unternehmen nicht nur vermehrt weibliche Fachkräfte ausbilden, sondern auch diejenigen, die bereits in der Branche tätig sind, zum Bleiben animieren. (ka)