IT does matter, doesn´t it?

07.03.2005
Von 
Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, besagt eine alte Weisheit. Sie gilt nicht für USB-Sushi-Sticks.

Wir alle haben der IT-Branche viel zu verdanken: Einen Job, manchmal ein Firmen-Handy sowie das Bewusstsein, in der schnellsten, heißesten und besten Branche aller Zeiten gearbeitet zu haben - damals.

Lecker, lecker: Speicher-Haute-Cuisin
Lecker, lecker: Speicher-Haute-Cuisin

Damals warben ERP-Anbieter in Hannover auch abseits der CeBIT auf Fußballerbrüsten, relationale Datenbanken waren als ökonomische Eckpfeiler im kollektiven Geist der Nation verankert, und selbst E-Commerce einschließlich Herrn Schambach galten als sexy.

Heute ist davon nicht mehr viel zu spüren, die "Endverbraucher" geben wieder den Takt vor. Schambach hat in die USA rübergemacht, Datenbanken lösen Big-Brother-Ängste aus, und im ERP-Segment ist der Markt flachkonsolidiert. Unternehmens-IT ist dort angekommen, wo sie Mitte der 90er Jahre gestartet ist: im Wirtschaftsteil der Tageszeitung bei den Anlegerinformationen, Sparte "Spekulative Investments und Turnaround-Wetten". Außer Google, denn dessen Angebote richten sich in erster Linie an Menschen, nicht an Unternehmen. Die CeBIT gibt das beste Beispiel für das aktuelle Erfolgspotenzial ab: Rein mit den Consumern, raus mit den Consumern, rein mit den Consumern.

Sobald nämlich die IT intensiv mit dem einzelnen Menschen in Verbindung tritt, ist auch heutzutage noch Spannung garantiert: intelligente Handys, Fernseher flacher als das Programm und USB-Peripheriegeräte in jeder erdenklichen Form. Hier gibt es Aschenbecher mit Raumluft-Ionisator, Aquarien mit Plastikfischen zur Stressbewältigung, Tastaturstaubsauger sowie beleuchtete Mousepads mit Cannabis-Blatt und Kaffeewärmer. USB-Speichersticks in Sushi- beziehungsweise Entenform (www.dynamism.com) bereichern jede Büroatmosphäre. Unübertroffen ist jedoch der USB-Vibrator (tatsächlich, wir haben alle darauf gewartet). Zehn Geschwindigkeiten gibt es bereits für knapp 65 Euro, und man muss nicht mal nach Hannover fahren, sondern kann im Web ordern (www.coolsells.de). Dort auf der Site findet sich auch das "Alte Testament" als Hörbuch-CD - für besinnliche Stunden am ERP-Messestand.