CW-Roundtable mit führenden Branchenvertretern

IT-Berater erwarten Ende des Projektstaus

17.01.2003
MÜNCHEN (jha) - Die IT-Beratungsbranche erlebt derzeit keine Krise, sondern nur eine Wachstumsdelle. So lautete die Interpretation von sieben Vorständen großer deutscher Consulting-Häuser und zwei Marktexperten im Rahmen eines CW-Roundtables.

Die Führungskräfte der Consulting-Häuser haben die Marktschwäche nach eigenem Bekunden kommen sehen, wurden aber vom Umfang der IT-Budgetkürzungen in den Unternehmen überrascht. Erstaunt mussten sie etwa feststellen, dass viele Chief Information Officers (CIOs) ihre IT-Budgets gar nicht ausschöpften und die wenigen noch freigegebenen Vorhaben einer strengen Beobachtung hinsichtlich der Amortisationszeit und des Return on Investment unterliegen.

Kontrovers diskutiert wurden die angeblichen Versäumnisse der Branche. Die Dienstleister, so der Vorwurf des Gartner-Experten Peter Dück, hätten das Niedrigmargen-Geschäft vernachlässigt und zu wenig eigene Serviceprodukte entworfen.

Einig waren sich die Branchenvertreter in der Einschätzung, dass sich ihr Markt in einem Ausleseprozess befinde, den nur wenige Global Player, aber eine Reihe hoch spezialisierter Anbieter überleben werden. Handfeste Anhaltspunkte für eine Marktbesserung gebe es derzeit zwar nicht, aber die hoffnungsvolle Erkenntnis: Die Kunden müssten ihren Projektstau irgendwann zwangsläufig auflösen (siehe Seite 10).