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IT-Angriffe sind Normalität

08.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach einer Untersuchung des Computer Security Institute (CSI) in Zusammenarbeit mit dem FBI stieg die Zahl der IT-Straftaten im vergangenen Jahr in den USA an. Dabei sind die Vorfälle mit wachsenden finanziellen Schäden für die Opfer verbunden, berichtet der Nachrichtendienst News.com. Rund 90 Prozent der etwa 500 in der Studie befragten Unternehmen und Behörden haben im vergangenen Jahr Einbruchsversuche in ihre Systeme festgestellt, 85 Prozent erlitten dadurch finanzielle Verluste. Knapp die Hälfte der Befragten konnte oder wollte den Schaden direkt beziffern; die Summe belief sich insgesamt auf 456 Millionen Dollar. Im Jahr zuvor war der Verlust noch mit 378 Millionen Dollar angegeben worden. Etwa 171 Millionen Dollar kostete 2001 demnach der Diebstahl von Daten, auf 115,5 Millionen Dollar summierten sich die Betrugsdelikte, und 50 Millionen Dollar Schaden entstand durch Mitarbeiter, die den

Web-Zugang etwa für das Laden von Pornobildern oder Raubkopien nutzten. “Computerverbrechen haben sich zum Normalfall entwickelt”, zitiert der Bericht den Verfasser der Studie.

Viren und Würmer schlugen 2001 mit knapp 50 Millionen Dollar zu Buche. Zwar wurden weniger Fälle entdeckt als im Vorjahr, die jeweilige Schadenssumme stieg jedoch von 244 000 auf 283.000 Dollar an. Von den Befragten hatten 89 Prozent eine Firewall installiert, 60 Prozent nutzen ein Intrusion-Detection-System. Auch konnte die Untersuchung feststellen, dass die Grauzone der IT-Delikte groß ist: Zwei Drittel aller angegriffenen oder betrogenen Unternehmen melden den Vorfall generell nicht an die Ermittlungsbehörden, weil sie entweder Negativschlagzeilen oder Wettbewerbsvorteile für die Konkurrenz befürchten. (ajf)