Cisco-Umfrage zur Consumer-Akzeptanz von IoT

IoT: Fehlendes Vertrauen, aber hohe Akzeptanz

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Ein aktuelle Umfrage von Cisco zum Verhältnis der Verbraucher zu IoT, fördert ein Paradoxon zu Tage: Zwar wollen die Verbraucher auf IoT nicht mehr verzichten, Vertrauen zur der Technologie haben sie aber nicht.
Für viele Verbraucher ist IoT mittlerweile zwar unverzichtbar, aber mit dem Vertrauen in die neue technik hapert es.
Für viele Verbraucher ist IoT mittlerweile zwar unverzichtbar, aber mit dem Vertrauen in die neue technik hapert es.
Foto: NicoElNino - shutterstock.com

Zu seinem ersten "IoT Value/Trust Paradox"-Bericht befragte Cisco in den USA und Kanada rund 3.000 Verbraucher. Ziel war es, herauszufinden, wie die Verbraucher IoT nutzen und wie es mit dem Vertrauen in Sachen IoT aussieht, wenn es um die Verwaltung und Verwendung der Daten der Consumer geht. Und hier kommt der Bericht zu einem überraschenden Ergebnis: Selbst in den USA - wo Verbraucher im Gegensatz zum in Sachen Datenschutz und Datensicherheit fast schon paranoiden Deutschland auf selbiges deutlich weniger Wert legen - glauben nur neun Prozent, dass ihre über das Internet gesammelten und gemeinsam genutzten Daten sicher sind.

Nutzen versus Vertrauen

Das Paradoxon aus deutscher Sicht ist dabei, dass gleichzeitig die Verbraucher im Großen und Ganzen nicht bereit sind, auf IoT-Dienste zu verzichten - auch nicht vorübergehend. So gaben 42 Prozent an, dass das Internet der Dinge zu sehr in ihr tägliches Leben integriert ist, um sich von diesen Geräten und Diensten zu trennen, ungeachtet des wahrgenommenen Risikos

IoT-Gadgets haben sich im Leben vieler Verbraucher ihren festen Platz erobert, weil sie dem Besitzer den Alltag erleichtern.
IoT-Gadgets haben sich im Leben vieler Verbraucher ihren festen Platz erobert, weil sie dem Besitzer den Alltag erleichtern.
Foto: Hill

Eine Analyse der Antworten deutet laut Cisco darauf hin, dass wir uns dem Punkt nähern, an dem das Internet der Dinge zu einem integralen Bestandteil des täglichen Lebens der Verbraucher wird. Dabei sei das Internet der Dinge so sehr in den Alltag integriert, dass es den Consumern leichter falle, eine Ungewissheit in Kauf zu nehmen, als auf die IoT-Nutzung zu verzichten. Zwar zeige die Umfrage auch, dass Verbraucher dazu bereit sind, Risiken zu akzeptieren, wenn sie einen entsprechenden Gegenwert oder Service erhalten - aber sie würden dies nur widerstrebend tun. Unternehmen, so Cisco, sollten deshalb gegenüber ihren Kunden diesen Widerspruch auflösen, wenn sie ihre IoT-Geschäfte weiter ausbauen wollten.

Insgesamt analysiert der Bericht die Einstellung der Verbraucher zum Thema IoT anhand der drei Kategorien Awarness, Value (Wert) und Trust (Vertrauen)

Awareness

Mehr als doppelt so viele Befragte erinnerten sich bei IoT eher an persönliche Geräte als an öffentliche Installationen. Als den befragten Konsumenten eine Liste von Geräten vorgelegt und sie gefragt wurden, welche von ihnen mit IoT verbunden oder ein Teil von IoT sind, stimmten mehr Verbraucher (rund 63 Prozent) bei persönlichen IoT-Geräten (Wearables, Home Security-Systeme usw.) zu, als (etwa 27 Prozent) bei öffentlichen IoT-Implementierungen (Straßenbeleuchtung, Energiezähler oder Verkehrssysteme).

Value

Über das gesamte IoT-Spektrum ist der wahrgenommene Wert, den das Internet der Dinge hat, recht hoch - 53 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das Internet der Dinge ihr Leben angenehmer macht. 47 Prozent sagen zudem, dass sie mit dem Internet der Dinge ihr Leben effizienter gestalten können. 34 Prozent waren ferner der Ansicht, dass das Internet der Dinge ihre Sicherheit erhöhe.

Trust

Während die Verbraucher immer mehr Wert auf IoT-Services legen, sind sie gleichzeitig über die Sicherheit ihrer Daten besorgt. Ebenso stößt die Art und Weise wie ihre Daten genutzt werden nur bedingt auf Gegenliebe. Lediglich neun Prozent der Befragten geben an, dass sie darauf vertrauen, dass ihre über das Internet gesammelten und gemeinsam genutzten Daten sicher sind. Ferner fühlen sich 15 Prozent der Befragten schlecht darüber informiert - welche Daten über sie gesammelt werden - sie wissen es schlicht nicht.