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Offenes IoT-Betriebssystem von Siemens: MindSphere

IoT-Betriebssystem von Siemens als Dreh- und Angelpunkt eines umfassenden Eco-Systems

17.10.2017
Mit dem IoT-Betriebssystem MindSphere hat Siemens eine Plattform für die Entwicklung und Bereitstellung von IoT-Lösungen geschaffen. Das Betriebssystem ist die Basis für ein umfassendes Eco-Systems, welches Siemens derzeit aufbaut und das alle Themenfelder von IoT-Lösungen abdeckt.

Die Basis von MindSphere bildet eine Cloud-Plattform nach dem PaaS-Modell (Platform as a Service). "Wir haben MindSphere als offenes Betriebssystem konzipiert, so dass Drittanbieter ohne Einschränkung ihre Apps und Services darauf entwickeln und vertreiben können", sagt Sebastian Wolf, Director MindSphere Partner Marketing bei Siemens. Das gelte sowohl für Software-Entwickler und IT-Dienstleister als auch für Industrieunternehmen, die MindSphere für ihre eigenen IoT-Anwendungen nutzen. Auch sie können ihre selbst entwickelten Apps, Services und Lösungen anderen MindSphere-Nutzern anbieten und über die Plattform vertreiben und abrechnen.

IoT-Appstore

"Wir sind im Moment dabei, einen App-Store für MindSphere Applikationen aufzubauen", sagt Sebastian Wolf, "das ist natürlich nicht exakt vergleichbar mit den App-Stores, wie man sie etwa für Smart-Phones aus dem Consumer-Bereich kennt, weil Apps für industrielle Anwendungen sehr viel komplexer sind als für den privaten Endnutzer." Dennoch ist er sicher, dass die MindSphere-Plattform gerade für spezialisierte Software-Anbieter und Start-Ups attraktiv ist, weil sie ihnen neben einer umfassenden Entwicklungsumgebung auch gleichzeitig globale Vertriebsmöglichkeiten bietet. Mit dem weltweiten Programm "MindSphere Rocket Club" will Siemens zum Beispiel gezielt Start-Ups animieren, Apps und Lösungen für MindSphere zu entwickeln.

Schon jetzt gehören Schwergewichte der Branche wie Microsoft, SAP, Atos, Accenture, Amazon Web Services sowie eine Vielzahl von IT-Service-Anbietern und Software-Entwicklern zu den Kooperationspartnern. Auf der letzten Hannover Messe hat Siemens zusammen mit seinen Partnerunternehmen bereits rund fünfzig Apps und zahlreiche MindSphere-Anwendungen und Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Branchen präsentiert - von der Fertigungs- und Prozessindustrie bis hin zur intelligenten Energieverteilung. Darüber hinaus wurden weitere Möglichkeiten vorgestellt, um Maschinen und Anlagen schneller und einfacher an MindSphere anzubinden, wie etwa eine neue Programmbibliothek und einen Router mit integrierter MindSphere-Konnektivität.

Mit Siemens als weltweit führendem Anlagen- und Maschinenbauer verwundert es nicht, dass der Schwerpunkt zunächst vor allem auf IoT-Lösungen für die produzierende Industrie gelegt wurde. Mit weltweit 30 Millionen Automatisierungssystemen, rund 800.000 vernetzten Geräten und erfassten Daten von 70 Millionen Smart-Meters gehört Siemens in diesem Bereich zu den weltweiten Marktführern. Siemens selbst entwickelt kontinuierlich eigene "MindApps", die sich, resultierend aus der Branchenkompetenz im Maschinen- und Anlagenbau, der Energie- und Automatisierungstechnik sowie der Betriebsdatenerfassung vor allem um Lösungen für Industriebetriebe drehen. Mit der gewaltigen, weltweit installierten Gerätebasis verfügt Siemens über ein einzigartiges Know-how.

Mind Connect

Offene APIs sorgen dafür, dass auch andere Hersteller ihre Geräte und Lösungen an die Plattform anschließen können. Für die reibungslose Datenanbindung und Integration per Plug & Play steht "Mind Connect" zur Verfügung, das nicht nur die schnelle und sichere Anbindung jeder Art von Assets an MindSphere ermöglicht, sondern gleichzeitig mit automatischer Verschlüsselung für eine sichere Datenübertragung sorgt.

Sicherheit und Vertraulichkeit, das weiß Siemens-Experte Wolf, spielen gerade bei Cloud-Anwendungen eine zentrale Rolle: "Wir sind keine Datenkrake. Weder haben wir sichtbaren Zugriff auf die Daten unserer Kunden, noch werten wir sie in irgendeiner Weise aus", versichert Wolf. MindSphere bietet modernste Sicherheitsfunktionen für die Erfassung der Daten sowie für ihre Übertragung und die Speicherung in der Cloud. Das Sicherheits-Framework orientiert sich an den Sicherheitsnormen der Branche wie IEC 62443, ISO/IEC 27001 sowie an den Regeln des gesetzlichen Datenschutzes für den Umgang mit Daten in Cloud-Umgebungen.

Aber Wolf denkt bereits über den Bereich der produzierenden Industrie hinaus: "Die Anwendungsfelder für IoT sind sehr vielfältig und entwickeln sich rasend schnell", sagt der Siemens-Manager. Das reiche von Transport, Logistik und Flottenmanagement über Pharma- und Medizintechnik, Einkauf, Vertrieb und den Consumer-Bereich bis hin zu intelligenten Verkehrskonzepten und Smart-City-Lösungen. Er ist optimistisch, dass sich MindSphere in Zukunft zu einem Eco-System entwickelt , das zahlreiche weitere Partner aus allen Branchen anzieht: "Mit Hilfe unserer umfassenden IoT-Plattform werden wir MindSphere mit eigenem Know-how und bestehenden und neuen Partnern zu einem Eco-System ausbauen, auf dem IoT-Lösungen für alle Branchen und Anwendungsfelder entwickelt und betrieben werden können."