Teil 7: Vergleich zu Android M

iOS 9 - Wichtige Neuigkeiten für Unternehmen

03.08.2015
Von   


Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf. Er versteht es diese Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig.
Dieser Artikel gibt eine persönliche Übersicht des Autors, welche Hauptunterschiede er vor allem im Unternehmensumfeld zwischen iOS9 und Android M sieht.

Apple hält ca. 20 Prozent Marktanteil im SmartPhone Umfeld und fährt 92% alle Gewinne in diesem Umfeld für sich ein. Der Marktanteil macht jedoch deutlich, dass iOS sowohl im Consumer als auch im Unternehmensumfeld nicht alleine ist.

Apples Herangehensweise an Firmenkunden war schon immer mit Fokus auf Company-Owned-Geräten. Die Plattformstärken im Umfeld Sicherheit, Verschlüsselung und MDM-Funktionen half Apple dabei im Unternehmensumfeld Fuß zu fassen. So setzen laut Apple heute 98 Prozent der Fortune-500-Unternehmen iOS-Geräte ein.

Der Fokus des iOS 9 Updates liegt, gerade wenn Sie Teil 5 dieser Artikelserie sichten, auf der Verbesserung und Erweiterung bereits vorhandener Feature, wie zum Beispiel der VPP-Internationalisierung, dem nachträglichen Hinzufügen von Apps in die Containerverwaltung oder der Öffnung der "Build In" VPN Clients für die "Per App VPN"-Kommunikation.

Viele mobile Arbeiter legen Wert darauf, auch private Daten auf ihrem Device speichern zu können.
Viele mobile Arbeiter legen Wert darauf, auch private Daten auf ihrem Device speichern zu können.
Foto: nenetus - Fotolia.com

Google dagegen schwächelte schon von Anfang an im Company-Owned Umfeld. Die gebotenen MDM-Möglichkeiten sind stark eingeschränkt, im Vergleich zu iOS. Daher war es nicht verwunderlich, dass Samsung mit der SAFE-Funktion beziehungsweise mit Knox den Company-Owned Markt für sich erschließen will.

Aufgrund des geringen Kaufpreises der Geräte hat Android zumindest in den Diskussionen einen starken Fuß in der Tür. Diese Diskussion ist immer gerne geführt aber inhaltlich nicht vollständig betrachtet. Die geringeren Anschaffungskosten, welche im übrigen netto, abzüglich Rabatt über drei Jahre abgeschrieben werden, reichen für eine TCO-Betrachtung nicht aus. Auch Themen wie RollOut, Betrieb, Schulung, Support, Verlässlichkeit oder Zusatzleistungen müssen Bedarfs- und Anforderungsgerecht einfließen.

Durch die Integration des Samsung-Services Knox versucht Google seit Android L auch wichtige Features für einen professionellen Geschäftseinsatz anzubieten und brachte "Android for Work" hervor. Hier bereitgestellte Enterprise APIs erlauben dabei die Separierung von geschäftlichen und privaten Daten, das Erzwingen von IT Policies, sowie die Ferninstallation von Anwendungen.

Anwender können somit, vereinfacht ausgedrückt, auf ihren eigenen privaten Geräten einen Arbeitsbereich unter Kontrolle des Unternehmens-Administrators, für Arbeitsinhalte, erlauben. Die Kontrollmöglichkeiten des Administrators erstrecken sich dabei nur über die Arbeitsinhalte, ohne das private Inhalte betroffen sind. Natürlich ist auch der umgekehrte Fall, also die Freigabe zur privaten Nutzung eines dienstlichen Gerätes, möglich.

Was ist neu an Android M?

Mit Android M fügt Google nun einige Funktionen dem Android Ökosystem hinzu. Diese stellen nach meinem Verständnis jedoch nur einen Versuch dar, innerhalb des Company-Owned Umfeld mit Features Fuß zu fassen. So bietet auch Google jetzt unter anderem eine stille Installation von Apps/Profilen oder die Möglichkeit der Verwaltung von App-Berechtigungen.

So manche Apps können an Zugriffsberechtigungen gar nicht genug bekommen. Anders als Blackberry, iOS und Windows Phone bot Android bisher keine Möglichkeit, einzelne Berechtigungen einer App nach der Installation einer App zu modifizieren beziehungsweise einzeln freizugeben. Berechtigungen wurden gesamthaft präsentiert, freigegeben und/oder abgelehnt.

Der mangelhafte Datenschutz von Android, unter anderem wegen dieses Vorgehens, rief historisch vielfach Kritik hervor. Mit Android M bekommen Anwender nun die Möglichkeit, bestimmte App-Berechtigungen dedizierter zu kontrollieren. Nutzen die Entwickler der Apps die neue API bekommt der Anwender bei erstmaliger Nutzung, zum Beispiel der Kamera, einen entsprechendenden Freigabedialog. Diese Freigabe kann im Nachhinein auch entzogen oder doch gewährt werden.

Mit Android L wird der Einsatz als unternehmenseigenes Einweg-Gerät (Kiosk-Mode-Gerät) ebenfalls unterstützt. Aktualisierungen durch Updates lassen sich automatisch aus der Ferne aktivieren. Auch die Aktivierung/Deaktivierung von Tastatureingaben, die Status Bar beziehungsweise die Verwendung des Safe Boot Modus sind definierbar. Das zurücksetzen eines Gerätes, auf den Werkzustand, kann durch den Administrator mit einem Schutz belegt werden.