Teil 1: WWDC 2015 - Sicherheit bei Kommunikation und Apps

iOS 9 - Wichtige Neuigkeiten für Unternehmen

17.06.2015
Von   


Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf. Er versteht es diese Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig.

Open Source zur Stärkung des iOS-App-Ökosystem

Bereits im ersten Jahr hat Swift sich mit Rekord Geschwindigkeit in der Entwicklergemeinde verbreitet. Eine Umfrage von Stackoverflow hat gezeigt, das über 70 Prozent der Swift-Entwickler lieber mit Swift als mit einer anderen Programmiersprache ihre Apps entwickeln. Gleichzeitig sorgt die Einschränkung auf iOS für ein Hemmnis für Entwickler, die Sprache zu lernen. Selten will ein Entwickler eine Programmiersprache lernen um eine einzige Plattform (iOS) zu unterstützen.

Die Öffnung des Quellcodes von Compiler und Bibliotheken für Dritte, im Rahmen der Open-Source-Initiativen, von Swift 2 wird dies nachhaltig verbessern und die Sprache auch für Entwickler außerhalb der Apple-Produktwelt interessanter machen. Die Folge wird sein, dass mehr Entwickler in der Lage sein werden, in Zukunft iOS- und OS X-Anwendungen ebenfalls entwickeln zu können. Das App-Ökosystem wird mittelfristig gestärkt.

Apps werden degradiert zu Content Lieferanten

Aktuell werden 850 Apps pro Sekunde aus dem Apple AppStore herunter geladen. Jede App ist ein eigenständiges Programm das über den Homebildschirm gestartet werden kann.

Mit iOS 9 beschreitet Apple einen neuen Weg in der Interaktion mit Apps. Dies geht einher mit der Möglichkeit der Integration von App Content in die Spotlight Systemsuche. Entwickler sind hier nun in der Lage ihre Daten, wie zum Beispiel TV-Programm oder Wikipedia, in Spotlight direkt zu integrieren. Anstatt eine App erst zu öffnen, kann der Anwender so noch schneller auf den Content seiner Apps zugreifen. Suchtreffer beziehungsweise Benachrichtigungen führen dabei nicht zwingend in die jeweilige App hinein sondern können auch, je nach Integration durch den Entwickler, in Form sogenannter Karten dargestellt werden. So kann der Anwender auf Informationen reagieren ohne merklich die eigentliche App zu öffnen.

Dies läutet ein neues Zeitalter in der Nutzung von Apps ein. iOS degradieret Apps zu Lieferanten von Content und erlaubt dem Anwender damit eine schnelle Interaktion. Das Wechseln zwischen Apps entfällt genauso wie das starten und das individuelle Suchen.

Fazit

Abschließen möchte ich mit einer Aussage von Phil Schiller in der Podcast-Talkshow "The Talk Show" von John Gruber. Sinngemäß hat der Marketingchef von Apple darauf hingewiesen das Apple zwar keine Zusagen für zukünftige Produkten macht, aber auf der WWDC beispielsweise Empfehlungen gibt, deren Einhaltung den Entwicklern bei zukünftigen Produkten hilft. Es lohnt sich also die Developer Videos aufmerksam zu sichten.

iOS 9 stellt mehr Weichen, als dem Konsumenten im Rahmen der Keynote offeriert wird. Viele Dinge wird er nicht aktiv bemerken. Das Nutzungsverhalten wird sich über die Zeit verändern, Systeme werden sicherer. Alles in allem eine positive Entwicklung. Es bedarf Firmen wie Apple, die den Druck aufbauen, die nächste Schwelle zu überschreiten. (bw)

Teil 2: Digitale Selbstbestimmung und Persönlichkeitsrechte

Teil 3: Kommunikation in Netzwerken

Teil 4: Entwickler bekommen neue Wege

Teil 5: Einsatz im Unternehmen

Teil 6: Cloud-Dienste für Jedermann

Teil 7: Vergleich zu Android M

Teil 8: Die Apple Watch im Unternehmenseinsatz