Unternehmensfunktionen im neuen Betriebssystem (Teil 9)

iOS 10 - Neue Funktionen für AirPrint

22.07.2016
Von   
Mark Zimmermann weist mehrere Jahre Erfahrung in den Bereichen Mobile Sicherheit, Mobile Lösungserstellung, Digitalisierung und Wearables auf und verantwortet ein Team zur mobilen Lösungsentwicklung bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Er versteht es seine Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln für unternehmensspezifische Herausforderungen darzustellen. Hierzu ist er nebenberuflich auf nationale Vorträgen und als freier Autor für Fachpublikationen tätig und betreibt einen eigenen Podcast (Beta-Schmerz) rund um das iOS-Ökosystem.

Erkennen/Zuordnen von Druckern

Die Netzwerkinfrastruktur von Unternehmen ist oft komplex. Kabelgebundene und drahtlose Endgeräte wollen auf diese Infrastruktur zugreifen bzw. stellen ihre Dienste hier bereit. Physikalische Positionen stimmen oft nicht mit den logischen Netzwerkstrukturen zusammen. Das Erkennen der richtigen Drucker in einem solchen Umfeld, zur Abteilung oder für die anstehenden Dokumente ist oft nicht einfach. Zum Erkennen der Drucker in der Umgebung bietet AirPrint verschiedene Möglichkeiten:

AirPrint nutzt hier hauptsächlich eine Erweiterungen der bestehenden Bonjour-Spezifikationen, die es iOS- Geräten ermöglicht, gezielt nach AirPrint-fähigen Druckern und Multifunktionsgeräten im Netzwerk zu suchen (Lokal Bonjour).

Tipp: Achten Sie darauf, dass Bonjour Multicast-DNS-basiert ist und nicht über Subnetze hinweg weitergegeben, sondern blockiert wird.

Airprint unterstützt dabei auch Adressvergabe und benutzerfreundliche Host-Namen-Auflösung über TCP/IP-basierte Sammlungen von Protokollen (Wide-Area Bonjour) und benutzte dazu bereits existierende Standards, wie beispielsweise DNS-SD (DNS Service Discovery).

Stehen einem Anwender spezifische Drucker zur Verfügung, können diese als Konfigurationsprofil per MDM-System zugewiesen werden. Typischerweise enthält ein solches AirPrint Payload den Hostname oder die IP-Adresse sowie den Ressource Path (z.B. IP/Print) für den jeweiligen Drucker / Printserver.

AirPrint-Bluetooth-Beacon

Neu mit iOS 10 kam eine Möglichkeit mit dem Namen "AirPrint-Bluetooth-Beacon" hinzu. Dabei baut AirPrint auf Bluetooth-Chips (BLE = Bluetooth 4.0 Low Energy) auf, die wie ein elektronisches Leuchtfeuer (daher der Name: Beacon) funktionieren und Kurzinformationen bereithalten.

Die AirPrint-Bluetooth-Beacon-Funktion hilft iOS-Geräten bei der Verbindungsaufnahme mit einem Drucker in der Umgebung. Sowohl in den Druckern integrierte BT-Beacons als auch iBeacons, die am Markt frei erhältlich sind, können genutzt werden, um die Netzwerkverbindung (IP-)Adresse an iOS-Geräte zu übertragen. Das iPhone prüft diese Adresse auf Erreichbarkeit und listet im Erfolgsfall den Drucker direkt als AirPrint-Drucker auf. Dies geht so weit, dass auch öffentliche IP-Adressen aus dem Internet für Drucker möglich sind. Ein solcher Drucker wird angeboten, solange sich das iPhone in dessen BT-Reichweite (TX Power, 1 Meter Entfernung) aufhält.

Die aufgelistete IP-Adresse muss jedoch nicht den Drucker selbst repräsentieren. Auch Printserver können zugeordnet werden. In diesem Fall ist die Queue-ID zur Druckerzuordnung notwendig.

Das Format des AirPrint-Bluetooth-Beacon-Signals ist auf developer.apple.com ausführlich erklärt und ist vom Aufbau her weitestgehend identisch zu bisherigen iBeacons. Grundsätzlich ist es dabei möglich, dem iOS Gerät nicht nur die IP-Adresse selbst mitzuteilen, sondern auch, ob es sich um eine TLS-verschlüsselte Verbindung handelt, welcher Port (Standard = 631, TLS = 443) genutzt werden soll, sowie, ob es sich um eine IPv4/IPv6 Adresse handelt.

Empfehlung

Rüsten Sie Ihre Drucker und Printserver auf AirPrint auf/um. Ihre Anwender werden es Ihnen danken. (mb)