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Invensys übernimmt Baan-Kontrolle

03.08.2000
72 Prozent der Aktien erworben

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die britische Ingenieursfirma Invensys hat gestern Abend die endgültige Übernahme der Kontrolle über den angeschlagenen niederländischen Softwareanbieter Baan angekündigt. Von dem ursprünglich angestrebten Erwerb von 95 Prozent der Baan-Anteil bleibt Invensys allerdings weit entfernt. Lediglich 72 Prozent der Aktionäre konnten die Briten bislang davon überzeugen, ihr Übernahmeangebot von unverändert 2,85 Euro je Anteilschein zu akzeptieren (die Offerte läuft nun unwiderruflich noch bis zum 29. August). Den restlichen Anlegern war der Preis wohl deutlich zu niedrig - kein Wunder, wenn sie ihre Aktien teilweise für 90 Euro angekauft hatten -, andere, wie das Bankhaus ING, warten aufgrund der niederländischen Steuergesetzgebung auf die vollständige Liquidation der Softwareschmiede. Bis diese

vollends abgeschlossen ist, könnte allerdings noch ein Jahr ins Land gehen. Die Zahl der im Zuge der Übernahme zu erwartenden Entlassungen bei Baan beziffert Invensys einem Bericht der Tageszeitung "De Telegraaf" inzwischen übrigens mit 800 bis 900.

Der deutsche Baan-Geschäftsführer Stefan Exner äußerte sich erleichtert angesichts des Invensys-Jaworts. "Die Zeit der Ungewissheit und der Verunsicherung unserer Kunden, Partner und Mitarbeiter ist damit beendet. Jetzt starten wir durch", erklärte der Manager. Etwas verhaltener fällt der Kommentar von Klemens Hauk aus, Vorsitzender der Deutschen Baan User Group: "Wir gehen davon aus, dass die Baan-Produkte unter Invensys ihre frühere Marktbedeutung zurückgewinnen und dass die Zusagen umgesetzt werden, Wartung und Entwicklung des Produktportfolios uneingeschränkt weiterzuführen."