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Intershop verschlankt Führungsteam

11.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die E-Commerce-Softwareschmiede Intershop will künftig ohne den Chief Operating Officer (COO) und Mitgründer Wilfried Beeck auskommen. Beecks Aufgaben will künftig CEO Stephan Schambach übernehmen. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" erklärte Beeck, sein Ausscheiden habe nichts mit einem schlechten Quartalsergebnis oder einer gescheiterten Geschäftsstrategie zu tun. Es sei vielmehr besser, wenn nur eine Person das Unternehmen führe. Im vergangenen Jahr hatte sich Beeck um die Kosten, Schambach um neue Produkte gekümmert. Die finanziellen Probleme des E-Software-Anbieters wirken sich auch nachhaltig auf den Unternehmensstandort Hamburg aus. Ab sofort ist die alleinige Firmenzentrale wieder in Jena angesiedelt, in der Hansestadt verbleibt mittelfristig wohl nur ein Vertriebsstützpunkt.

Neben Beeck nimmt auch Europa-Chef Michael Tsifidaris seinen Hut. Seine Aufgaben übernehmen Schambach und zum Teil Bernhard Marbach, der nach einer krankheitsbedingten einjährigen Pause nun zu Intershop zurückkehrt. Beeck kommentierte den Positionswechsel, Intershop brauche keinen eigenen Europachef mehr, nachdem Schambach aus den USA nach Jena zurückgekehrt sei. Ansonsten soll das Management des Unternehmens jedoch intakt bleiben. Intershop will die Veränderungen zusammen mit den - voraussichtlich enttäuschenden - Quartalszahlen am Dienstag bekannt geben.

Intershop hatte bereits Ende vergangenen Jahres in einer Pflichtmitteilung davor gewarnt, dass es im vierten Geschäftsquartal 2001 nicht gelungen sei, die Prognosen zu erfüllen: Statt wie angekündigt schwarze Zahlen zu schreiben, soll sich das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) auf minus acht bis neun Millionen Euro belaufen, die Einnahmen würden voraussichtlich nur zwölf bis 13 Millionen Euro betragen. Gleichzeitig hatte das Unternehmen angekündigt, man rechne für das laufende Geschäftsjahr mit einem weiter sinkenden Umsatz. Nach zwei schwachen Quartalen hoffe man jedoch in der zweiten Jahreshälfte wieder Gewinne zu schreiben (Computerwoche online berichtete). (mb)