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Intershop steigert Umsatz und senkt Verlust

30.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dem finanziell stark angeschlagenen E-Commerce-Softwareanbieter Intershop Communications AG gelang es im dritten Quartal 2003, seinen Nettoverlust gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum um 43 Prozent auf 3,8 Millionen Euro oder 17 Cent pro Aktie zu reduzieren. Zugute kam dem in Jena ansässigen Unternehmen dabei die steigenden Einnahmen. So kletterte der Umsatz im Vergleich zum zweiten Quartal um 16 Prozent von 5,6 Millionen auf 6,5 Millionen Euro. Bei den Lizenzerlösen erzielte Intershop sogar einen Zuwachs um 43 Prozent von 1,5 Millionen auf 2,2 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite konnte der einstige Börsenstar die reinen Betriebskosten im sequenziellen Vergleich um 32 Prozent auf 8,4 Millionen Euro reduzieren - Restrukturierungskosten nicht eingerechnet: Diese kletterten von 200.000 Euro im zweiten Quartal 2003 auf aktuell 2,3 Millionen Euro. Intershop hatte Ende Juli bekannt gegeben, die Zahl seiner Mitarbeiter bis Jahresende von zuletzt 445 auf 250 zu senken. Mit diesem Schritt sollen die Gesamtbetriebskosten im Schlussquartal 2003 nur noch 6,5 Millionen Euro betragen. Damit hofft die Company den angesichts schrumpfender Finanzmittel stark gefährdeten Fortbestand zu gewährleisten. Wie Intershop mitteilte, betrug die Gesamtliquidität zum 30. September noch 10,9 Millionen Euro. Davon sind allerdings nur 4,2 Millionen Euro frei verfügbar.

Intershop erwartet für das Gesamtjahr 2003 nach wie vor Einnahmen von 23 bis 25 Millionen Euro. Diesen stehen Gesamtbetriebskosten (einschließlich Restrukturierungsaufwendungen) von etwa 44 Millionen Euro gegenüber.

Um weiter zu sparen, will sich das Softwareunternehmen nun von der US-Nasdaq zurückziehen. Die Notierung der Aktie soll innerhalb der nächsten sechs Monate eingestellt werden. (mb)