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Intersections: Dicke Geschäfte mit dem Datenklau

26.04.2004

Intersections Inc., US-Anbieter von Sicherheitslösungen im Bereich Kreditbetrug und Kredit-Management, will voraussichtlich am heutigen Montag sein Glück an der US-Nasdaq versuchen. Begleitet von den Konsortialbanken Deutsche Bank und Lazard plant das Unternehmen aus Chantilly, Virginia, 6,25 Millionen Aktien zum Preis von 15 bis 17 Dollar zu verkaufen.

Das Initial Public Offering (IPO) von Intersections wurde als einer der wenigen Wege vermarktet, aus dem wachsenden Problem Identitätsdiebstahl – auf legalem Weg - Kapital zu schlagen. Als "Identity Theft" beziehungsweise Identitätsübernahme bezeichnet man den Diebstahl von persönlichen Daten, um anschließend Kreditkarten zu beantragen, Kredite aufzunehmen und verschiedenste Transaktionen vorzunehmen. Schätzungen der Federal Trade Commission zufolge wurden allein im Jahr 2002 rund 9,9 Millionen US-Bürger Opfer eines Identitätsdiebstahls. Dabei entstand laut FTC im Unternehmensbereich ein Schaden von 48 Milliarden Dollar, Privatleute hatten immerhin einen Verlust von fünf Milliarden Dollar zu beklagen.

Intersections verspricht Schutz vor den Betrügereien, indem es die Informationen der drei führenden Kreditnehmerauskunfteien der USA, Equifax, Experian und TransUnion, kontrolliert und ständig aktualisiert. Außerdem überwacht die Company die Einhaltung des Kreditrahmens.

Ein lukratives Geschäft für Intersections: 2003 stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr von 98 Millionen auf 147,3 Millionen Dollar, der Nettoprofit kletterte gleichzeitig von 5,3 Millionen auf 19,4 Millionen Dollar. Probleme bereitet jedoch ein im Dezember 2003 eingeführtes Gesetz, das vorschreibt, Verbrauchern einmal jährlich eine kostenlose Kreditauskunft zu erteilen. (mb)