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Interkontinentales Super-Grid

07.12.2005
Anlässlich einer Konferenz entstand ein atlantiküberspannendes Dateisystem für die wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Bislang nur zu Demonstrationszwecken wurden am 15. November die US-amerikanische Supercomputer-Infrastruktur Teragrid und ihr europäisches Pendant Deisa zusammengeschaltet. Anlass für das interkontinentale Grid war die Supercomputing-Konferenz "SC05" in Seattle.

Laut Deisa ließ sich auf diese Weise ein gemeinsames, skalierbares und den halben Globus umspannendes Dateisystem aufbauen, das sowohl von den Wissenschaftlern selbst als auch von deren Applikationen angezapft werden konnte. An welcher der angeschlossenen Sites - in den USA, Deutschland, Frankreich oder Italien - sich die Teilnehmer auch eingeloggt hätten, seien sie stets in der Lage gewesen, direkt und transparent Daten in dem gemeinsamen File System zu speichern oder aus ihm herauszulesen, ohne den File Address Space zu wechseln. Darüber hinaus habe das auch für Anwendungen gegolten, die an einem der Teragrid- oder Deisa-Standorte ausgeführt werden.

Für die Demonstration in Seattle wurden unterschiedliche wissenschaftliche Applikationen ausgewählt - darunter die Vorhersage von Proteinstrukturen, eine kosmologische Simulation, die im San Diego Supercomputer Center (SDSC) stattfand, sowie eine gyrokinetische Turbulenzsimulation am Rechenzentrum der Max Planck Gesellschaft in Garching bei München. Wann die beiden Grid-Infrastrukturen dauerhaft verbunden werden, ist noch nicht entschieden. (qua)