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Intelsat und PanAmSat kehren Eutelsat den Rücken

24.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach viermonatigen Verhandlungen haben die Satellitenbetreiber Intelsat und PanAmSat unabhängig voneinander ihre Übernahmeangebote für den europäischen Konkurrenten Eutelsat (Computerwoche online berichtete) zurückgezogen. Als Grund für die Absage nannten die beiden Kaufinteressenten die fehlende Kooperation des in Paris ansässigen Providers, berichtet das "Wall Street Journal" mit Verweis auf informierte Kreise. So bemängelten die Bewerber, dass ihnen der Zugang zu Geschäftsunterlagen und damit die Erstellung einer Machbarkeitsanalyse versagt worden sei. Außerdem stießen sie sich an dem zunehmenden politischen Widerstand von Seiten der

französischen Regierung, der offenbar der geplante Verkauf des Unternehmens an nichteuropäische Bieter missfallen habe. Damit nicht genug beklagten die beiden Interessenten mangelnde Offenheit. So hätte man sie im Unklaren darüber belassen, ob der Verkauf vom Eutelsat-Management oder den Aktionären angeregt worden sei.

Nach dem Abbruch der Verhandlungen steigen die Chancen von Investoren, eine Minderheitsbeteiligung an dem hochverschuldeten europäischen Satellitenbetreiber zu erwerben. Eutelsat-CEO Giuliano Berretta hatte Anfang des Monats in einem Interview erklärt, er befürworte einen Börsengang der Gesellschaft. Branchenkenner rechnen weiter damit, dass PanAmSat und Intelsat, die beiden größten Satellitenbetreiber nach dem Weltmarktführer SES Global, nach Möglichkeiten für eine Fusion suchen. (mb)