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Intel will in den Handy-Markt

21.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Halbleiteriese Intel hat sein Developers Forum Japan dazu genutzt, eine Referenzdesign für intelligente Handys kommender Mobilfunkgenerationen vorzustellen. Die "Personal Internet Client Architecture" besteht aus Hard- und Software. "Wir wollen einer der Hauptlieferanten von Bausteinen [building blocks] für die drahtlose Internet-Wirtschaft werden", erklärte Intel-Sprecher Dan Francisco.

Im Klartext heißt das: Intel will möglichst viele Chips, Chipsätze und dazu passende Software verkaufen. Das Design basiert im Wesentlichen auf dem Embedded-Prozessor "StrongARM 2" beziehungsweise dessen auf "XScale" umgetauften Nachfolger. Flash-Speicher und Baseband-Logikchips liefert Intel ohnehin schon an die Mobilfunk-Industrie, und bis Ende des Jahres will der Konzern auch einen - zusammen mit Analog Devices entwickelten - DSP (Digital Signal Processor) anbieten. Als Betriebssystem verlässt sich Intel wenig überraschend auf "Epoc" von Symbian, dem britischen Konsortium mit breiter Rückendeckung. Dieses hatte gestern angekündigt, Epoc auch auf den XScale zu portieren (auf StrongARM läuft das Betriebssystem bereits).

Analysten bezweifeln allerdings, dass Intel bei Mobiltelefonen die aus dem PC-Markt gewohnten Erfolge wiederholen kann. Der Markt sei bereits weitestgehend aufgeteilt, und die etablierten Player hätten bereits ihre eigenen Architekturen entwickelt (meist ohne Intel-Chips). Den XScale in ein Mobiltelefon einzubauen, hieße laut Meta Group, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Fazit der Experten: "Intel-inside"-Aufkleber auf Handys seien in der näheren Zukunft schwerlich zu erwarten. Und falls sie doch auf dem ein oder anderen Gerät prangen sollten, brauche man sie nicht zur Kaufentscheidung heranzuziehen, weil sie gegenüber bereits im Markt etablierter Technik keine Vorteile versprächen.