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Intel will Aktienoptionen nicht als Ausgaben verbuchen

08.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Chiphersteller Intel wählt bei der aktuellen Diskussion, ob Aufwendungen für Aktienoptionen in der Bilanz auf der Kostenseite aufgeführt sein müssen, den Weg der goldenen Mitte: Mit dem für den heutigen Donnerstag fälligen Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht SEC gibt das Unternehmen erstmalig einen Einblick über die Höhe der ausgegebenen Aktienoptionen an Mitarbeiter in den letzten fünf Jahren. In Form einer beigefügten Tabelle enthüllt Intel dabei Details wie die Verwässerung des Ergebnisses pro Aktie oder die Höhe der Aktiengeschenke, die an die fünf bestbezahlten Top-Manager des Konzerns gingen. Im Gegensatz zu einigen anderen Unternehmen wie Computer Associates oder Amazon.com will Intel aber die Kosten der Aktienoptionsprogramme nicht als Aufwendungen verbuchen.

Chairman und Firmengründer Andy Grove erklärte, das eigentliche Problem seien die hohen Aufwandsentschädigungen für Top-Manager und nicht die Aktienoptionen für Mitarbeiter. Beides in einen Topf zu werfen, sei unsinnig. So erhielten bei Intel ebenso Sekretärinnen und Fabrikarbeiter wie Führungskräfte Optionen: Ende vergangenen Jahres seien knapp zwölf Prozent der ausgegebenen Firmenanteile in Mitarbeiterhänden gewesen, erläuterte Grove, die fünf höchsten Manager von Intel hätten allerdings nur zwei Prozent gehalten. Finanzchef Andy Bryant merkte an, dass die Verbuchung der Aktienoptionen in den Geschäftsberichten ein Rückschritt sei. Seiner Meinung nach würden die Firmen dann wieder in ihren Geschäftsberichten mit Pro-forma-Zahlen (vor Optionskosten) arbeiten, nachdem mittlerweile viele Unternehmen ihre Bilanzierung auf US-Gaap umgestellt hätten.(mb)