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Intel will 4000 Stellen streichen

17.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis hat Intel den Abbau von 4000 Stellen - etwa fünf Prozent der Belegschaft - angekündigt. Firmenangaben zufolge soll ein Großteil der Jobs im Rahmen der natürlichen Fluktuation, aber auch durch Auflösungsverträge und den Verkauf einzelner Geschäftsbereiche gestrichen werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der weltgrößte Chiphersteller 6000 Stellen abgebaut.

Intel hat im zweiten Quartal einen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs nahezu unveränderten Umsatz in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar erzielt. Schwach verlief vor allem das CPU- und Chipsatzgeschäft, das den mit Abstand größten Teil des Gesamtumsatzes ausmacht. Nur bei Netzwerkkomponenten und Flash-Modulen konnte der Konzern den Absatz steigern.

Mit 446 Millionen Dollar erwirtschaftete Intel zwar einen um 133 Prozent höheren Nettogewinn als im Vorjahr (196 Millionen Dollar). Im Vergleich zum ersten Quartal des laufenden Jahres verringerte sich der Profit jedoch um 50 Prozent. Unter Ausschluss von Einmalbelastungen belief sich der Gewinn auf 620 Millionen Dollar (Vorjahr: 854 Millionen Dollar) und lag damit trotz der Gewinnwarnung Anfang Juni unter den Erwartungen der Analysten (Computerwoche online berichtete). Die Gewinnmarge betrug 47 Prozent - Anfang des Jahres hatte Intel noch 53 Prozent prognostiziert.

Das für Intel relativ erfreuliche erste Quartal hatte Ende März die Hoffnung geschürt, dass es mit dem IT-Markt wieder aufwärts gehe. Die jüngsten Zahlen des als Branchenbarometer geltenden Prozessorriesen machen jedoch deutlich, dass der Aufschwung noch nicht in Sicht ist. Firmenchef Craig Barrett rechnet dennoch im zweiten Halbjahr mit einer leichten, saisonbedingten Steigerung. Sein Unternehmen erwarte für das dritte Quartal einen Umsatz von 6,3 bis 6,9 Milliarden Dollar. (sp)