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Intel und Dell blicken in die Glaskugel

31.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel-Chef Craig Barrett glaubt trotz der gegenwärtigen Konjunkturflaute an künftiges Wachstum. "Für diejenigen von uns, die seit 30 Jahren in der Branche tätig sind ist dies der bisher schlimmste Abschwung", konzedierte Barrett im Rahmen eines Webcast für Presse und Analysten. Allerdings werde das kontinuierliche Wachstum des Internet, auch und vor allem außerhalb der USA, sowie die zunehmende Vielfalt vernetzter Endgeräte der Industrie neues Wachstum und den Anwendern neue Möglichkeiten erschließen.

Für den eigenen Konzern, der sich im Laufe des vergangenen Jahres zurück aufs Kerngeschäft mit Chips besonnen hat, peilt Barrett mittelfristig Wachstumsraten zwischen 15 und 20 Prozent an. Sein Kollege und Executive Vice President Paul Otellini geht davon aus, dass Pentium 4 und Windows XP der PC-Industrie im kommenden Jahr bereits wieder ein "vernünftiges" Wachstum bescheren. Bis Ende 2002 will der Hersteller die Taktfrequenz des Pentium 4 auf 3 Gigahertz hochschrauben und gleichzeitig die Fertigungskosten um 25 Prozent senken.

Mit einer Erholung des Marktes rechnet auch Kevin Rollins, CFO (Chief Financial Officer) beim Direktanbieter Dell. Der Manager geht davon aus, dass die Unternehmensausgaben für Infiormationstechnik im zweiten Quartal 2002 wieder steigen. Auf dem Nikkei Global Management Forum in Tokio erklärte Rollins, er erwarte auf Basis einer weltweiten Befragung von 50 CIOs, dass unter anderem eine "Austauschwelle" für 1999 im Zuge der Jahr-2000-Umstellung angeschaffte Systeme anstehe.

Rollins räumte ferner ein, dass es auch bei Dell trotz imposanten Wachstums noch einiges zu verbessern gebe. Beispielsweise liege der Marktanteil des Herstellers außerhalb der USA nur bei sechs Prozent. Hier peile man erst einmal langfristig und optimistisch einen Wert von 40 Prozent an. "Das könnte aber eine Weile dauern", gab der Finanzchef zu bedenken. Außerdem gelte es, die Marke Dell stärker beim Endkunden zu verankern. Zurzeit mache das Unternehmen 85 Prozent seiner Umsätze mit Firmenkunden.