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Intel schluckt Xircom

16.01.2001
Intel wird den Netzwerkausrüster Xircom für 748 Millionen Dollar in bar übernehmen. Damit will der Halbleiterriese seine Aktivitäten im Bereich mobile Kommunikationsprodukte ausweiten.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel wird das US-Unternehmen Xircom für 25 Dollar je Aktie beziehungsweise rund 748 Millionen Dollar in bar übernehmen. Damit zahlt der Halbleiterriese 38 Prozent mehr, als der Wert der Xircom-Aktie zum Börsenschluss am vergangenen Freitag betrug.

Mit der Akquisition des Peripherie- und PC-Karten-Spezialisten will Intel offenbar sein eigenes Geschäft mit Netzwerkkarten für Desktops komplementieren. Xircom stellt neben Netzwerkadaptern und Modems auch PC-Karten für Notebooks, die beispielsweise den Zugang zum Unternehmensnetz ermöglichen, sowie Add-ons für Handheld-Computer her. Die kalifornische Company führt ferner den Mini-Organizer "Rex Micro PDA" im Programm.

Einige Analysten zeigten sich erstaunt über den jüngsten Intel-Deal, der nicht in die bisher praktizierte Einkaufsstrategie zu passen scheint. Demnach erwarb das Unternehmen in der Regel Firmen mit einem großen Wachstumspotenzial oder solche, die für den Vertrieb der Intel-Prozessoren förderlich sind.

Unabhängig von der Übernahme durch Intel gab Xircom am gestrigen Montag sein Ergebnis für das erste Fiskalquartal bekannt. Der Nettoverlust belief sich auf 2,5 Millionen Dollar oder acht Cent je Aktie. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erwirtschaftete Xircom noch einen Profit von 12,7 Millionen Dollar oder 46 Cent pro Anteilschein. Der operative Gewinn lag mit einem Cent je Aktie in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2001 um 13 Cent unterhalb der Erwartungen der Analysten. Die Einnahmen sanken im abgelaufenen Berichtszeitraum von 124,1 Millionen Dollar auf 120,1 Millionen Dollar.