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Intel schickt 1,5-Gigahertz-Chip ins Rennen

16.02.2000
Weitere Prozessoren in der Pipeline

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intels Chairman Andrew Grove hat gestern auf dem halbjährlich stattfindenden Entwickler-Forum des Halbleiterriesen einen Hochleistungsprozessor vorgestellt, der mit einer Taktrate von 1,5 Gigahertz läuft. Der neue Chip mit dem Codenamen "Willamette" soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres auf den Markt kommen. Intel kündigte außerdem an, noch in der ersten Jahreshälfte 2000 "Pentium-III"-Prozessoren mit einer Taktung von 900 Megahertz bis ein Gigahertz für PCs und Server zu präsentieren. Bis Ende Juni sollen zudem Chips mit mehr als 750 Megahertz für den mobilen Computermarkt erscheinen; bis Dezember 2000 rechnet Intel mit der Einführung weiterer Mobil-Prozessoren mit einer Taktrate von über 850 Megahertz.

Das Wettrennen um immer schnellere Chips zwischen dem Marktführer Intel und Herausforderer AMD (Advanced Micro Devices) geht damit in die nächste Runde. Letzter Etappensieger war AMD, das vor kurzem mit seinem 850-Megahertz-Chip Intels Pentium-III-Prozessor, der bislang mit 800 Megahertz läuft, in den Schatten stellte (CW Infonet berichtete). Diesen bislang schnellsten Pentium-Chip hatte Intel im Dezember 1999 auf den Markt gebracht, nachdem AMD einen Monat vorher seinen 750-Megahertz-"Athlon" vorgestellt hatte. Dieser wiederum war die Retourkutsche für den 733-Megahertz-Pentium-III, den Intel im Oktober letzten Jahres ins Rennen schickte.

Intel kündigte auf dem Entwickler-Forum ebenfalls an, seine Bemühungen um die Portierung des Betriebssystems "Solaris" von Sun Microsystems auf seinen neuen "Itanium"-Chip, zurückzuschrauben. Unternehmenssprecher Paul Otellini begründete diesen Schritt damit, dass Sun seinen Teil der Vereinbarung nicht wie versprochen eingehalten habe. "Wir werden uns an Suns Niveau, sich zu engagieren, angleichen und uns auf andere Dinge konzentrieren," erklärte er (siehe auch den heutigen Bericht "Intel liegt im Clinch mit Sun") .