Nach Google

Intel, Qualcomm, Infineon & Co. boykottieren Huawei

20.05.2019
Von  und
Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Panagiotis Kolokythas arbeitet seit Juni 2000 für pcwelt.de. Seine Leidenschaft gilt IT-News, die er möglichst schnell und gründlich recherchiert an die Leser weitergeben möchte. Er hat den Überblick über die Entwicklungen in den wichtigsten Tech-Bereichen, entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum seiner Artikel: Windows, Soft- und Freeware, Hardware, Smartphones, soziale Netzwerke, Web-Technologien, Smart Home, Gadgets, Drohnen… Er steht regelmäßig für PCWELT.tv vor der Kamera und hat ein eigenes wöchentliches IT-News-Videoformat: Tech-Up Weekly.
Die US-Chip-Hersteller Intel, Qualcomm und Broadcom liefern laut US-Medienberichten keine Chips mehr an Huawei. Auch Infineon soll sich dem Boykott anschließen. Doch Huawei soll vorgesorgt haben.

Die US-Chip-Hersteller Intel, Qualcomm und Broadcom liefern keine Chips mehr an Huawei. Das berichtet Bloomberg. Intel liefert unter anderem Server- und Notebook-Prozessoren an Huawei. Qualcomm wiederum beliefert Huawei vor allem mit Modem-Prozessoren.

Intel, Qualcomm, Infineon & Co. boykottieren Huawei
Intel, Qualcomm, Infineon & Co. boykottieren Huawei
Foto: Twitter

Der Lieferstopp der drei Chip-Giganten trete demnach mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres in Kraft. Auch das US-Unternehmen Xilinx Inc. will laut Bloomberg keine Chips mehr an Huawei liefern. Außerdem sollen die Speicherchip-Produzenten Micron Technology und Western Digital keine Komponenten mehr an Huawei liefern.

In Deutschland soll sich der Chip-Hersteller Infineon Technologies dem Lieferstopp anschließen, wie Nikkei aus gut informierten Quellen erfahren haben will. Infineon wolle in dieser Woche die Situation intern diskutieren und dann weiter entscheiden. Infineon lieferte bisher Mikrocontroller und Powermanagement-Schaltkreise an Huawei.

Huawei fertigt aber auch eigene Prozessoren und Modem-Chips und könnte einen Boykott vermutlich zumindest teilweise abfangen. Huawei habe Bloomberg zufolge außerdem vorgesorgt und in der Vergangenheit bereits größere Stückzahlen an Prozessoren aufgekauft und diese gelagert. Damit soll der chinesische Smartphone- und Netzwerkgeräte-Hersteller mindestens drei Monate Lieferstopp überbrücken können.

Google entzieht Huawei die Lizenz für Android-Nutzung

Der Entscheidung der Chip- und Speicher-Hersteller aus den USA und Deutschland ging Googles Entscheidung voran,dass Huawei keinen Zugriff mehr auf Googles mobiles Betriebssystem Android und auf Google Play haben soll. Einem Reuters-Bericht zufolge hat das Alphabet-Unternehmen Google alle Geschäfte mit Huawei eingestellt, die „einen Transfer von Hardware, Software oder technischen Service“ beinhalten.

Eine Ausnahme gelte nur dann, wenn diese öffentlich als Open-Source verfügbar seien. Googles Mutterkonzern Alphabet reagiere dem Reuters-Bericht zufolge damit auf die von der Trump-Regierung getroffene Entscheidung, die es dem chinesischen Unternehmen Huawei verbietet, Geschäfte in den USA zu machen. US-Präsident Trump hatte Ende vergangener Woche unter Berufung auf einen nationalen Notstand einen entsprechenden Erlass gegen Huawei unterzeichnet.

Gegenüber US-Medien betonte Google am Sonntag, dass Besitzer eines Huawei-Smartphones auch weiterhin Google Play nutzen können, um Updates für Apps oder neue Apps herunterzuladen. Die Nutzer seien auch weiterhin über Google Play Protect vor Angriffen geschützt. Das gilt allerdings nur für die aktuell auf den Huawei-Smartphones befindliche Android-Version(en).

Aufgrund der Entscheidung von Alphabet/Google darf Huawei keine Updates für Android mehr an seine Geräte ausliefern. Künftige Huawei-Smartphones mit Android verlieren außerdem den Zugriff auf den Google Play Store und dürfen nicht mehr mit populären Google-Apps wie Google Mail oder Youtube ausgeliefert werden. Huawei ist es also nur noch gestattet, die Open-Source-Variante von Android, also das Android Open Source Project (AOSP), zu verwenden. Diese bietet allerdings keinen Zugriff auf die proprietären Dienste und Applikationen von Google für Android. Theoretisch könnte Huawei auch über ASOP Updates für Android ausliefern. Das würde allerdings voraussetzen, dass Huawei dafür eine eigene Update-Plattform aufsetzt und verwendet und das Sicherheitsupdates für Android zeitnah auch für AOSP verfügbar sind.
(PC-Welt)