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Intel: Moore geht, lang lebe das Moore´sche Gesetz

25.05.2001
Der Intel-Mitbegründer Gordon Moore ist am gestrigen Donnerstag nach 32-jähriger Tätigkeit für den Halbleiterriesen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Zuletzt hatte er einen Sitz im Aufsichtsrat des US-Konzerns inne.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Intel-Mitbegründer Gordon Moore ist am gestrigen Donnerstag nach 32-jähriger Tätigkeit für den Halbleiterriesen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Zuletzt hatte er einen Sitz im Aufsichtsrat des US-Konzerns inne. Intel-Chairman Andy Grove ehrte den Veteranen auf der Aktionärsversammlung im kalifornischen Santa Clara: "Gordon hat sich in den vergangenen Jahren verändert, sein Gesetz ist das gleiche geblieben." 1965 hatte Moore in der Mikroprozessorbranche mit seiner Regel für Furore gesorgt, wonach die Zahl der Transistoren auf einem Chip sich alle 18 Monate verdopple. Allerdings meinte Moore nach der Veranstaltung, sein Gesetz werde nicht unendlich Gültigkeit besitzen, da sich die Chipdesigns mehr und mehr an Atomgrößen annähere: "In den kommenden 20 Jahren werden wir die Fähigkeit zum Verkleinern verlieren. Selbst Craig Barrett weiß nicht, wie man

ein Atom spaltet", scherzte der Veteran in Anspielung an den Firmenchef. Der Rückzug des inzwischen 72-Jährigen markiert das Ende eine Ära, in der Intel von einem Jahreseinkommen von anfangs 2500 Dollar auf inzwischen 38 Milliarden Dollar angewachsen ist.

Im Anschluss an die Ehrung Moores ging Barrett dann auf das vergangene Jahr ein, in dem der Chipriese hohe Einbußen in punkto Umsatz und Gewinn hinnehmen musste. "Wir glauben immer noch daran, dass die zweite Jahreshälfte etwas besser verlaufen wird", erklärte Barrett. Allerdings ging er auch auf weitere Sparmaßnahmen ein, wonach einige Mitarbeiter der Intel-Fabrik in Rio Rancho, New Mexico, in außerplanmäßige Ferien geschickt werden sollen. Bereits 1998 hatte das Unternehmen einige Fertigungsstätten vorübergehend geschlossen, um Kosten zu sparen.

Trotz der Sparmaßnahmen will Intel in diesem Jahr noch rund 7,5 Milliarden Dollar in neue Ausrüstung investieren. Der Großteil der Summe soll in das 0,13-Mikrometer-Chipfertigungsverfahren fließen. Weitere 4,2 Milliarden Dollar sollen für Forschung und Entwicklung bereit gestellt werden.