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Intel mit Rekordumsatz

20.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Chiphersteller Intel Corporation hat im zweiten Quartal dieses Jahres mit Hilfe eines glänzenden Geschäfts mit Laptop-Chips einen Rekordumsatz verbucht. Aufgrund der stagnierenden Margen reagierte die Wall Street im nachbörslichen Handel dennoch mit Abschlägen.

Intel erhöhte den Umsatz gegenüber dem zweiten Quartal 2004 um 15 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 7,6 Milliarden Euro), gab das in Santa Clara (Kalifornien) ansässige Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss bekannt. Intel steigerte den Quartalsgewinn um 16 Prozent auf zwei Milliarden Dollar oder 33 (27) Cent je Aktie. Die Wall Street war von 32 Cent je Aktie Gewinn ausgegangen.

Intel-Konzernchef Paul Otellini begründete den Rekordumsatz im zweiten Quartal mit der starken Nachfrage nach Laptop-Computern. Intel verbucht mit seiner "Centrino"-Plattform für diese Rechner erheblich höhere Gewinnmargen und profitiert damit nach Darstellung von Branchenkennern von der starken weltweiten Laptop-Nachfrage. "Unsere Investments in neue Produkte, fortschrittliche Silizium-Kapazitäten sowie Schwellenmärkte zahlen sich aus", betonte Otellini.

Der Mikroprozessoren-Absatz erreichte Rekordniveau. Es gab jedoch etwas niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise. Dies war nicht zuletzt auf erhöhte Auslieferungen für die Microsoft-Spielekonsole "Xbox" zurückzuführen, die niedrigere Preise hatten.

Intel liegt weiterhin mit dem weit abgeschlagenen Branchenzweiten Advanced Micro Devices im Clinch. Der Absatz von Flash-Memory-Chips für Handys und andere elektronische Geräte stieg und erreichte Rekordniveau, doch gab es auch hier niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise.

Intel verbuchte in Nord- und Südamerika einen leicht rückläufigen Umsatz von 1,9 (zwei) Milliarden Dollar. Der Quartalsumsatz erreichte in Europa 1,8 (1,7) Milliarden Dollar. Der asiatisch-pazifische Raum (ohne Japan) brachte 4,7 (4,4) Milliarden Dollar Umsatz und steuerte damit bereits 51 (45) Prozent des Gesamtumsatzes bei. Der Intel-Umsatz in Japan legte auf 880 (767) Millionen Dollar zu.

Intel hat in der Berichtszeit 98,9 Millionen eigenen Aktien für rund 2,5 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der Halbjahresumsatz erhöhte sich auf 18,7 (16,1) Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg in den ersten sechs Monaten 2005 auf 4,2 (3,5) Milliarden Dollar oder 68 (53) Cent je Aktie.

Intel erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz von 9,6 bis 10,2 Milliarden Dollar und eine Gewinnmarge von 60 Prozent, plus oder minus einige Prozentpunkte gegenüber 56,4 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Fusionen und Übernahmen dürften sich auf 2,8 bis 2,9 Milliarden Dollar erhöhen gegenüber 2,5 Milliarden Dollar im vorangegangenen Dreimonatsabschnitt. Intel will im Gesamtjahr insgesamt 5,2 Milliarden Dollar in die Forschung und Entwicklung stecken und rund 5,9 Milliarden Dollar investieren. (dpa/tc)