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Intel kippt TV-Chip-Entwicklung

22.10.2004

Endgültig aufgegeben hat Intel die Entwicklung eines Display-Chips für hochauflösende, großformatige TV-Geräte. Im Januar dieses Jahres hatte das Unternehmen angekündigt, mit der Technik "Liquid Crystal on Silicon" (LCOS) einen Chip für Rückprojektions-Fernseher herstellen zu wollen, der ihren Preis unter 1800 Dollar drücken sollte. Doch als der Chip im August auf den Markt kommen sollte, wurde als neuer Erscheinungstermin der Januar 2005 verkündet.

Dies ist eine weitere schlechte Nachricht in einer Reihe von Misserfolgen, die der Branchenriese in diesem Jahr erlebte. Nach verschiedenen Verzögerungen und Entwicklungsstopps hatte Intel CEO Craig Barrett den Angestellten kürzlich einen geharnischten Brief geschrieben.

Allerdings ist Intel nicht das einzige Unternehmen, dem die LCOS-Technik missraten ist. Der kleine Wettbewerber Brilliant Technologies hat die Entwicklung ebenso aufgegeben wie Philips Electronics Anfang dieses Monats. Nur Texas Instruments produziert für Samsung einen vergleichbaren "Digital Light Processor". Fraglich sind auch die Marktchancen für Rückprojektions-HDTV-Geräte. Denn sie sind deutlich voluminöser als Flachbildschirme und damit kaum geeignet für europäische und asiatische Wohnzimmer, die durchschnittlich erheblich kleiner sind als in den USA. (ls)